Ein Ausflug- nach Gottschee.
261
gürtel f. der Gürtel. Der rotlie, breite Gürtel, den die Gottseheewerin
trägt, bestellt aus Schnüren von Wollfäden, die unzählige Male
umgewunden werden, bis sie mehr als handbreit die Hüften umschliessen.
Die Enden hängen hinten hinab, so lange als das
Pfaid ist; das sind den zocklain s. d. — In der Ballade lägrettizle
s. d. ist Gretchens Gürtel praun. Die althochdeutsche Form
diu gurtila ist noch erhalten im ciinbr. gürtela f. (neben gürtel
m.) CWtb. 189, kämt, gürtel m. und f. Lex. 127; in Gottschee
nur f., vgl. Schm. I, 71 f.
gutsigen kitzeln, kämt, gutzeln kitzeln. Lex. 128, tirol. Schöpf 226.
Dass das tz in t§ übergeht ist auffallend, indem das aus- und
inlautende tz sonst unverändert bleibt (vgl. tätze, -atzen u. a.);
in wurbat§ vorwärts, ist ganz richtig das genetivische s zu j
geworden. Sollte hier auch ursprüngliches S nach T anzunehmen
sein, ahd. gut-isön? Ähnliche Bedenken erregt die Form
bintgic winzig s. d. (unter ui). Dass die Mundart von Gottschee
für die Bildungssilbe -ein: -igen gebraucht, ist hier ebenfalls
beachtenswerth. Ich weiss nicht, ob schweizerisch gutzeln
schmeicheln, Stald. I, SOS hiehergehört. — Die Etymologie von
kitzeln dürfte auf sanskr. gudd Gedärme, zurückzuführen sein.
Damit stimmt mhd. kunte (was gewöhnlich von cunnus abgeleitet
wird), nd. kunte, kutte veretrum, kutt Eingeweide,
gotisch quipus Bauch, Mutterleib; althochd. quiti vulva. Graff 4,
S38 gewährt die ahd. Formen: quizilunga, chuzelunga, kizilon
und chuzilon (quit-s-ilön?). Damit würde dann auch Kuttel,
mhd. kutele Eingeweide Zusammenhängen.
H.
Das II für S erscheint in: hö, ahd, ahödre so, also, alsodar
hettoin sett (= sötän) ein; hal, derhallc, dcrhallige selb, derselbe,
derselbige; hent sind (obwohl hier der Vocal auffallend abweicht).
Vgl. Weinh. bair. Gr. S. 192. f.
Übergang des II in G bemerkten wir bei gumpe.
Übergang des H in W (= F) im Anlaut zeigt unten woißen
unter heißen s. d. Das Umgekehrte scheint bei hört s. d. der Fall.
Als Einfluss des Italienischen scheint zu betrachten, dass das
H vor jeden anlautenden Vocal gesetzt werden kann, sowie das
anlautende LT auch wieder oft wegbleibt. Ich hörte: das ’ör, däs 'er
das Heer, aber auch: hör, her; ebenso vernahm ich hänp m. der