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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 60. Band, (Jahrgang 1868)

Ein  Ausflug-  nach  Gottschee.

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gürtel  f.  der  Gürtel.  Der  rotlie,  breite  Gürtel,  den  die  Gottseheewerin
trägt,  bestellt  aus  Schnüren  von  Wollfäden,  die  unzählige  Male
umgewunden  werden,  bis  sie  mehr  als  handbreit  die  Hüften  umschliessen.
  Die  Enden  hängen  hinten  hinab,  so  lange  als  das
Pfaid  ist;  das  sind  den  zocklain  s.  d.  —  In  der  Ballade  lägrettizle
  s.  d.  ist  Gretchens  Gürtel  praun.  Die  althochdeutsche  Form
diu  gurtila  ist  noch  erhalten  im  ciinbr.  gürtela  f.  (neben  gürtel
m.)  CWtb.  189,  kämt,  gürtel  m.  und  f.  Lex.  127;  in  Gottschee
nur  f.,  vgl.  Schm.  I,  71  f.
gutsigen  kitzeln,  kämt,  gutzeln  kitzeln.  Lex.  128,  tirol.  Schöpf  226.
Dass  das  tz  in  t§  übergeht  ist  auffallend,  indem  das  aus-  und
inlautende  tz  sonst  unverändert  bleibt  (vgl.  tätze,  -atzen  u.  a.);
in  wurbat§  vorwärts,  ist  ganz  richtig  das  genetivische  s  zu  j
geworden.  Sollte  hier  auch  ursprüngliches  S  nach  T  anzunehmen ­
  sein,  ahd.  gut-isön?  Ähnliche  Bedenken  erregt  die  Form
bintgic  winzig  s.  d.  (unter  ui).  Dass  die  Mundart  von  Gottschee
für  die  Bildungssilbe  -ein:  -igen  gebraucht,  ist  hier  ebenfalls
beachtenswerth.  Ich  weiss  nicht,  ob  schweizerisch  gutzeln
schmeicheln,  Stald.  I,  SOS  hiehergehört.  —  Die  Etymologie  von
kitzeln  dürfte  auf  sanskr.  gudd  Gedärme,  zurückzuführen  sein.
Damit  stimmt  mhd.  kunte  (was  gewöhnlich  von  cunnus  abgeleitet ­
  wird),  nd.  kunte,  kutte  veretrum,  kutt  Eingeweide,
gotisch  quipus  Bauch,  Mutterleib;  althochd.  quiti  vulva.  Graff  4,
S38  gewährt  die  ahd.  Formen:  quizilunga,  chuzelunga,  kizilon
und  chuzilon  (quit-s-ilön?).  Damit  würde  dann  auch  Kuttel,
mhd.  kutele  Eingeweide  Zusammenhängen.
H.
Das  II  für  S  erscheint  in:  hö,  ahd,  ahödre  so,  also,  alsodar
hettoin  sett  (=  sötän)  ein;  hal,  derhallc,  dcrhallige  selb,  derselbe,
derselbige;  hent  sind  (obwohl  hier  der  Vocal  auffallend  abweicht).
Vgl.  Weinh.  bair.  Gr.  S.  192.  f.
Übergang  des  II  in  G  bemerkten  wir  bei  gumpe.
Übergang  des  H  in  W  (=  F)  im  Anlaut  zeigt  unten  woißen
unter  heißen  s.  d.  Das  Umgekehrte  scheint  bei  hört  s.  d.  der  Fall.
Als  Einfluss  des  Italienischen  scheint  zu  betrachten,  dass  das
H  vor  jeden  anlautenden  Vocal  gesetzt  werden  kann,  sowie  das
anlautende  LT  auch  wieder  oft  wegbleibt.  Ich  hörte:  das  ’ör,  däs  'er
das  Heer,  aber  auch:  hör,  her;  ebenso  vernahm  ich  hänp  m.  der
            
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