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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 60. Band, (Jahrgang 1868)

218  S  c  h  r  6  e  r
pi§en  mit  der  Osterruthe  schlagen,  am  Tage  der  unschuldigen  Kindlein. ­
  Daher  heisst  dieser  Tag  pl§entäc,  die  Rute  :  pijeuruate,  —
Uni  Villach  sagt  man  pisnen  Lex.,  sonst  tschilpen  Lex.  214  mit
dem  Rufe  tschilp  tschilp,  frisch  und  gesund  1  ferner:  kärntisch
Lex.  178:  16astn,  wozu  der  Spruch:  leaste,  leaste,  frisch  und
gsund!  was  Lex.  nicht  verstanden  hat.  Er  war  schon  aus
Schm.  I,  308,  wo  der  Spruch  oberpfälzisch  lautet:  „is  de
yfeffer  rasst  welltsn  leisn  a!  wofür  dann  ein  kleines  Douceur
gereicht  wird“  leicht  erklärbar,  leaste  ist  nicht  unter  ein  Zeitwort ­
  leastnen,  sondern  unter  leasen  zu  stellen  und  bedeutet:  lös
dich,  kauf  dich  los.  So  heisst  es  im  ungr.  Bergl.  zu  Ostern:
sckmeckoster  zen  Ostern,  ding  ä,  ding  ä  d.  i.  dinge  dich  ab,
kaufe  dich  los  Nachtr.  46.
In  Gottschee  heisst  es  nun  auch:  leaste  16a§te,  wrisch  und
ge§uud!  gesund  auslabeni  länges  Iahen?  und  aufs  jär  um  hundert
gülden  raicher!
Die  Sitte  mag  auch  in  Schwaben  verbreitet  sein.  Sch  melier ­
  citiert  II,  310,  unter  aufkindeln  einen  Vers:
„Und  an  dem  lieben  kindlenstag
geht  heftig  an  der  jungfern  plag;
dann  um  lebzelten  sie  zu  haun
vil  junge  pursch  sich  lassen  schaun.“
Eine  Verwandtschaft  mit  dem  auch  in  Schlesien  üblichen
österlichen  Schmeckostern,  das  oben  berührt  wurde,  ist  gewiss
vorhanden.  So  erinnert  auch  das  frisch  und  gsund  an  die  Rufe
der  Johannistänzer  anno  1374  und  ferner  (s.  Uhland’s  Schriften ­
  III,  399  mit  den  Anmerkungen  S.  484f.)  an  das  alte:
lierre  St.  Johann,  so  so,
frisch  und  fro!
Bischal,  Name  1861  Elze  S.  40.  Vgl.  Eiischl  ungr.  Bergl.
Käsm.  1840.
pissle  n.  60  Ellen.  Das  pissle  laimait  hat  30  stäbe  s.  d.
piten  bitten,  i  pit,  du  pitest;  bir  päten:  bitten;  hungepaten,vgl.patteu.
Pätzl,  Name  in  Tschermoschm.  1614.  s.  Pützl.
jilackatzen,  plackaizen  blitzen.  Kärntisch:  plickazn,  blöckczcn,  pleaggazn,
  ploggazen  (Drauthal)  Lex.  32.  Wie  eine  Versetzung  der
Laute  sieht  aus  cimbr.  plitzegen  CWtb.  1öS.  —  Ahd.  plecchazan
etc.  aus  welchem  unser  blitzen  nur  eine  Zusammenziehung  ist.
            
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