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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 60. Band, (Jahrgang 1868)

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S  c  h  r  ö  e

allmähliche  Besitznahme  des  Landes  von  benachbarten  deutschen
Gegenden  her  anzunehmen  nicht  gestattet.
Da  die  Mundart  a  für  g  lieht,  ist  anzunehmen  et-  (in  ettvas,
ctwan,  etwa,  etwo  ahd.  etewaz,  etewanne;  mhd.  etewer  etc.  im
ungr.  Bergl.  etwa,  itjedrer  Darst.  34.)  s.  Gr.  gr.  III,  58.  —  Mhd.
Ult,  aus  ahd.  wiht,  got.  vaihts  wird  in  der  Gottscheewer  Mundart ­
  ct  (s.  d.)  und  kann  daher  hier  nicht  in  Betracht  kommen,
ataich  m.  der  Attieli.  Man  erzählt,  daß  es  noch  unlängst  in  Klindorf'
Sitte  war,  während  eines  Gewitters  vor  der  Kirche  Attich  zu
verbrennen.  Der  Geruch  des  Attichrauclies  sei  den  Hexen,  die
die  Wetterwolken  zusammentreiben  und  in  denselben  herbeifahren, ­
  unerträglich.
Cimbrisch  atoch  m.  CW.  107“.  ungr.  Bergl.  ätoch,  siebenbürg.-sächs.
  otcli,  mein  Wörth.  31“.  Lexer  202  führt  an:  „otacli
n.  eine  Futterpflanze“;  sollte  das  nicht  auch  der  Attich  sein?
der  freilich  keine  Futterpflanze  ist.  Ahd.  atuh,  atah  =  ä/.rr t .
Die  gottscheewische  Form  ließe  ein  früheres  ätili  vermuthen.
—  atc  in  Gerate,  Ilansäte  für  Gero  (Gertrud),  Hans  (Hanns)  u.  a.
hört  man  oft  im  Scherz  und  mit  verächtlicher  Betonung,
atinaizen  atmen,  hauchen.  Ahd.  ätamazan,  älumizan;  im  vocab.  incip.
teilt,  atmeatzen,  1429:  atmiczen,  jetzt  atmezen  Gr.  Wth.  I,  594.
—aizen  für  -atzen  bemerkte  ich  auch  in  den  Wörtern:  snup  falzen ­
  s.  d.,  schluchzen,  weinen,  jnchaizen,  wo,  xvie  bei  ataich,
ein  ai  eingetreten  ist,  das  sonst  älteres  t  voraussetzt,  indem
doch  nur  i  (neben  a)  vorliegt.
ate  m.  der  Vater,  Hausvater,  Mann  der  aino  s.  d.  ■—  Wie  im  Allgäu
und  Oberinnthal:  der  ütt  und  d'  amm,  Schmell.  I,  54;  auch
sonst  im  Schwäbischen  atti  und  amm,  Schmid  21,  für  Vater  und
Mutter  gelten,  so  sagt  der  Gottscheewer:  dar  ate  und  den  amo.
ate  ist  die  Kleinform  und  entspricht  regelrecht  dem  alemannischen ­
  atti  (ätti  m.  hei  Hebel),  denn  das  e  der  zweiten  Silbe
stellt  für  i  s.  unter  c  und  i.
Sanskrit  hat  nur  die  weibl.  Form  attd  Mutter  (gothisch
aithei,  ahd.  fuotareiV/f,  finnisch  iiiti,  lappisch  eine,  madjar.
anya),  aber  griechisch  ärra  m.  Väterchen  bei  Horner,  gotisch
atta  (auffallend  ist  das  madjarische  atyd),  ahd.  atto,  mhd.  atte.
iitter  hernach,  dann.  Kämt,  äfter,  bair.  öfter,  Lexer  3.  Schmell.
I,  34.  nl.  achter.  Uber  das  Schwinden  des  alten  Wortes  in  der
            
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