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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 60. Band, (Jahrgang 1868)

Ein  Ausflug  nach  Gottschee  20d
in  Mundarten  lebt,  könnte  das  Wort  der  (besser  die)  ApfaUer:
Apfelbaum  immerhin  wieder  aufleben  in  der  Schriftsprache.
ar  er.
ar-  her-:  arinnen,  aranssen  herinnen,  heraussen.
arbuiße  f.  Bohne.  Rdnkhlate  —  rankende  Bohnen;  stochhate  —
Zwergbohnen:  kuglate  —  Erbsen.  Diese  Form  weist  auf  ein
ahd.  arawiza  zurück,  vgl.  aruuizza  bei  Graff  I,  465,  neben  der
gewöhnlichen  Doppelform  araweiz  und  arawiz.  Arbaißwrasser
m.  Dorndreher.
Arg  m.  Arsch.  Arswiille  f.  Hagebutte.  Arsplätte  f.  Arschbacke.
A§,  ns  n.  Aas,  ahd.  ds  n.
aschc  f.  Asche.  Aschcnwögcle  n.  Aschenbrödel  im  Märchen.
Äsen,  Asne  f.  Ilolzstoss.  Mild,  ds  f.  Ballte,  Stützbalke,  dann  Gestelle,
Gerüst  im  Schornstein  fiir  Gegenstände,  die  zu  trocknen  sind.
Gotisch  ans  m.  der  Balke.  Kärntisch  äsen,  ddsen,  ese.  Lex.  10.
Schm.  I,  115,  alemann.  asm  f.  Sfalder  I,  114.  Dies  letztere
asni  (sowie  auch  das  gottscheewische  ä§ne)  scheint  ein  umgestelltes ­
  ansi  (ansej,  so  Grimin’s  Wtb.  I,  587.  Die  in  Baiern
und  Tirol  noch  übliche  uralte  Form  ans,  ansbaum,  ensbaum  ist
dasselbe,  Gr.  Wtb.  I,  432,  434.
asd,  so,  also.  Ebenso  hört  man:  ahö  s.  d.  —  a.sA  drc  s.  dre.
alli  das,  s.  dar.
assach  n.  Ilolzgeschirr,  Holzgefäße.  Ebenso  kärntisch,  österreichisch
Lex.  10.  Gr.  Wtb.  I,  587.
assen  essen,  daher  guß,  go-aß  gegcss°n,  statt  mild.  gaT,.  S.  Schmell.
§.  962.
ast  n.  Nest.
Audi  in  Kärnten  sagt  man  est  für  nest.  Lex.  10
unter  ast.
at-  in:  atidcn  unten,  ntinnen  innerhalb,  atoben  oben,  atnnten  unten.
Man  wird  in  Gottschee  nicht  leicht  die  Wörter:  unten,  innen  etc.
zu  hören  bekommen,  sondern  immer  nur  atidcn,  atinne,  auch
at  außen  für  außen.  Sowohl  das  at-,  als  auch  namentlich  die
Form  idcn  (wohl  für  nidcn,  sowie  Sehmell.  II,  681  ’idc'  für
nidcr  anführt)  kommen  weder  im  Cimbrischen,  noch  im  Kärntischen ­
  oder,  meines  Wissens,  sonst  wo  im  Österreichischen  vor;
auch  Schmeller  hat  die  Formen  nicht.  —  In  solchen  Bildungen
zeigt  sicli  eine  Eigcnthiimlichkcit  des  Goftschecwischen,  die  eine
            
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