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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 60. Band, (Jahrgang 1868)

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S  c  h  r  ü  e  r

Niimen  sind  nicht  dcutscli  und  dürften  aus  dem  Krainisclien  zu  erklären
sein.  Bei  Jauer  an  Jauer  in  Schlesien  zu  denken,  ist  nicht  nöthig,
da  slovenisch  javor  »)  nahe  liegt 3 ).
Uber  die  Mundart  ist  nichts  bekannt,  als  das  Vater  unser  aus
dem  Koledarcek  slovenski  S.  33—37,  das  Elze  S.  39  und  Dimitz
a.  a.  0.  S.  13  mittheilen,  das  aber  in  einer  so  wenig  folgerichtigen
Schreibung  gegeben  ist,  dass  es  keinen  sicheren  Anhalt  gewährt.
Der  Umlaut  in  ün§,  ün§er  zeigt  sich  wie  in  Gottschee.  Das  s  wird  s  :
ün§er,  pist,  §ni.  Das  w  wird  b:  berlt,  bil.  Aber  das  v,  f  nicht  w:
fouter,  fergib,  fom  (an  ferloitshen  für  erlaßen  glaube  ich  nicht;
das  ß  wird  wphl  nicht  §).  So  wie  in  den  Gründen  im  ungrischen
Bergland  das  w  in  b  verwandelt  wird,  wie  in  Krickerhiiu,  aber  nicht
zugleich  das  f  in  w,  s.  Würterb.  I  02 b .  —  avshon  (Elze)  oder  avzou
(Dimitz)  soll:  also  heissen.  Wahrscheinlich  wird  hier  au§ou  zu
schreiben  sein  und  wäre  demnach  auch  die  Verwandlung  des  l  in  u,
wie  in  Gottschee,  vorhanden.  Dass  die  schuldiger:  schelmanen(  Schelmen?) ­
  heissen  sollen,  ist  bemerkenswerth.  Versuchung,  in  Gottschee: ­
  wer§uechni§  hat  E.  mit  ferschiihenz  gegeben,  D.  ferzulieng;
es  wird  demnach  wohl:  verpiecheng  lauten.  —  Brotbruch  m.
soll,  nach  D.,  das  heilige  Abendmahl  heißen.  —  Das  ist  alles  was
ich  über  die  Sprache  von  Zarz  anzugeben  in  der  Lage  bin.  Möchte
es  doch  dazu  beitragen,  dass  vielleicht  einmal  eine  ausführlichere
und  zuverlässigere  Mittheilung  über  die  Sprache  von  Zarz  in  die
Öffentlichkeit  gelängt!  —

*)  Auch  ein  Ort  Jawor  im  Decanat  St.  Marein  in  Krain.  Im  ungr.  Bergl.  (Neusol)
finde  ich  den  Namen  J  au  wer  schon  1390.
2 )  Leider  fehlen  uns  die  Familiennamen  der  deutschen  Sporaden  in  Italien.  In  Sclimell.
Bergmann  cimbr.  Wörterbuch  S.  13  finde  ich  ein  20  Namen,  von  denen  vier  auch
in  Gottschee  Vorkommen:  König,  Maurer,  Recher,  Stängel,  unter  denen
Ilecher,  als  seltener  Name  hervorzuheben  ist.  Die  aus  der  Mundart  deutlich
hervortretende  nähere  Verwandtschaft  zwischen  Gottschee  und  den  „Cimbri“
dürften  schon  die  Ortsnamen  Luog  (Laag),  Padua,  Eben,  Mas  er  eben  (vgl.
Pintereben)  beurkunden.  Vielleicht  auch  der  ausgebreitete  Gotischewer  Familienname: ­
  La  m  parier.  —  Dazu  verglich  ich  noch  die  von  Bergmann  mitgetheilten
Wiener  Jahrbücher  der  Lit.  Bd.  CXX,  Auzeigeblatt  24,  s.  unten  die  Namen:
E  g  h  er,  E  p  i  c  h,  V  a  11  e,  Wüchse,  Hüter.  Ko  f  I  er,  G  o  d  e,  L  o  b  b  e,  Z  u  r  le  r.
            
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