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der Ausfall undenkbar. Man hört da kein: pfent, gmdn, gschwister,
ffjotid, (/freut, gm acht, sondern : pehende, gemeine, geqbiqter, gejai,
gefrebet, oder gewrebet, gcmächet. — Eben so vornehm klingt uns
das -e im Auslaute bei dem Gottscheewer, wo die baierisch-österreichisclie
Mundart Apocope hat, oder, bei schwacher Biegung (durch
Vortreten des Genitiv in den Nominativ) -en: diente (österr. de am),
engelpouge (österr. elpogn), rua§e, (österr. rosa), schtiole (schäln),
§eale (österr.söY); der st.Genit. m. u. a. — Mitteldeutsch klingt mir auch
bert: wird (auch cimbrisch); nue: nun; drin für drein (nicht lUrdrin->
nen),paukhen und tuten, für trommeln und trompeten, ge§te S. 2ö6 u. a.
Das Ausfallen des e beginnt schon in alter Zeit in den oben angeführten
Fällen, sowol im AIema nn isc hen Weinbold al. Gr. §. 18,
als auch im Baierisehen, haier. Gr. §. Io. Im Cimbrischen sind
noch die vollen Vocale zum Theil erhalten. Seele: seht, be-, ge- sind
bo-, ga, C Wtb. 37. Hier lässt sicli der Nichtausfall erklären als ein
Best aus alter Zeit; in Gottschee nicht anders, als dass diese volleren
Formen aus einer Gegend herstammen, wo im 14. Jahrhundert
dieser Ausfall noch nicht um sich gegriffen hat.
Während dem ich nun, neben alemannischem Einfluss auf den
Lautstand und den VVortvorrath, auch einen Einfluss des Fränkischen
auf den ganzen Charakter der Mundart annehme, so soll damit dasjenige
was die gottseheewische Mundart von der österreichischbaierischen
unterscheidet, bezeichnet sein: der Hauptbestandteil
des Wortvorraths und der Spracherscheinungen fällt wol in das Gebiet
des österreichisch-baierischen, und zwar dieser Mundart, wie
sie angetroffen wird zwischen der Ammer und Loysaeh, zwischen
Isar und Lech, mit Eigenheiten, die z. Th. an der Nab, am Ober-Main
und der Unter-Isar zu Hause sind und sich durch gewisse Thälcr
Tirols und Kärntens durchschlingen — bis Gottschee.
Derart ist das 6a für ö, ea für er (roase, rda§te): Rose, Riislein),
letzteres auch für c (§e'ale, suab: Seele, See); das ü für u
füll?, ünqer); das u für a (mime: Name) u. a. Erscheinungen, die
wir auch im Cimbrischen finden, weniger im Erzherzogthume Österreich.
— Yorn^ Süden angeweht scheint mir die Mundart in ihrem
$ für s, das vom Monte Rosa und den Cimbri bis Gottschee reicht.
—- Die allgemeinen iisterr.-baierischcn Ausdrücke: S un nw e n d e n
(§umiteuj, ertac, denk (link, d a n k h), die als Merkmale österreichischbaierischer
Mundart gelten, sind alle drei in Gottschee erhalten.