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S c h r ö e r
Wir werden an einigen Erscheinungen, die ich hervorheben
will, sehen, wie weit eine solche Erklärung zureichend ist.
Mhd. ei ist in Goltschee oi. Diese Erscheinung ist heimisch seit
dem 14. Jahrhundert im Alemannischen Weinh. alem. Gr. S. 69 im
Schwäbischen S. 104. Sie findet sich ausserdem noch in der Oberpfalz
s. Schm. Gr. S. 488. Weinh. bair. Gr. S. 100.
In Kärnten lautet mhd. ei: ä, i>, ei, ea und oa Lexer S. XI,
cimbr. oa CWtb. 38. Hier liegt demnach eine Abweichung von den
nächstgelegenen Mundarten vor, die schon im 14. Jahrhundert z. B.
aus dem Alemannischen mitgebracht sein kann, und wenn wir Familiennamen
finden, wie: Rankeli, Singeli, Kesele, Chrise u. a. so werden
wir über ihr alemannisches Aussehen uns nicht mehr wundern.
Mhd. 8 ist in Gottschee a. Auch dieser Lautwandel ist heimisch
seit dem 14. Jahrh. im Alemannischen, Weinh. al. Gr. S. 11. In
Wallis in der Schweiz, bei den Walsern in Vorarlberg, an die wir
auch oben bei dem § erinnert wurden, am Monte Rosa, Weinh. al. Gr.
S. 11, lebt es noch.
Sonst findet sich dies a für 8 am Mittelmain, eigentlich bairisch
ist es nicht. Nur im Etschthal, Pusterthal und den angrenzenden
Orten Kärntens ist es theilweise eingedrungen, Weinh. bair. Gr. S. 6.
DerGesammteindruck, den das Wesen der Goftscheewer macht,
ist so verschieden von dem, den wir von dem bairisch-österreichischen
Stamm empfangen, dass man bei ihnen sich etwa unter Franken
zu befinden glaubt. Wer aus dem Fränkischen je ins Bairische
gereist ist, kennt wol den Unterschied im Ton der Sprache, in
Gebärde und Benehmen. Das Derbe, Rücksichtslose, Ungeschlachte,
ja seihst Rohe, das uns bei dem Baier auflallt, die zu ausgelassener,
jauchzender, jodelnder Lust geneigte Sinnlichkeit und Lebendigkeit,
bilden einen aufiallenden^Gegensatz zu dem freundlichen, geschliffenen
Franken. Der Gegensatz ist namentlich bei dem weiblichen Geschlechte
auffällig. Das fränkische Mädchen erscheint in Baiern, selbst
wenn sie ihre Mundart spricht, gebildet, fein. Das Umgekehrte wird
wol nicht gefunden werden. Die barisehe Diern kann durch Munterkeit,
wenn sie schön ist, einen angenehmen Eindruck machen,
aber immer mehr den des drollig Naiven, als den feiner Sitte. Und
dies letztere finden wir hei den Gottscheewerinnen. Trotzdem, dass
das Weib in Gottschee bei schwerer Arbeit und grosser Armuth
ein kümmerliches Lehen führt. In Hnuseinrichlung und Kleidung ist