Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 60. Band, (Jahrgang 1868)

Ein  Ausflug-  nach  Gotlschee.

189

berg,  linnbe  halbe,  djdud  geld,  ijnucl  gold,  uiiter  alter,  wollt,  ivimt
und  wutt  w  ollte,  oust  alles,  wßust  willst,  püusch  polisch,  füllt  fühlt,
definit  gefühlt,  deußtj  (gelücke)  Glück.
Andere  Umgestaltungen  des  deutschen  Lautes,  die  dem  Slovenischen
  eigen  sind,  theilt  das  Gottscheewische  nicht.  Z.  B.  erweicht
das  Slovenische  das  auslautende  k:  antverh,  spe'h,  zmah  Handwerk,
Speck,  Geschmack,  indem  das  Gottscheewische  diese  Auslaute  noch
in  alter  Weise  k  spricht;  davon  ist  ploch  Block  keine  Ausnahme,
denn  dies  ist  die  echte  hd.  Form,  mhd.  bloch.
Elze  findet  in  den  Ausdrücken  (sieh  unten  imWörterb.  S.262  unter
hairaten]  mannen  und  baihen  für  heiraten  slovenischen  Einfluss,
indem  ozeniti  se  und  omoziti  sc  allerdings  wörtlich  dasselbe  ist.  Da
aber  auch  in  Vorarlberg  gesagt  wird:  sie  hat  gmannet  und  er  hat
gwfbet  CWtb  145",  cimbr.  mannen  und  baihen  ebenso  gebraucht
wird  Wtb.  108,  14ö,  ja  die  Ausdrücke  mannön  wibon  schon  ahd.
Vorkommen,  so  ist  hier  kein  Grund  vorhanden  Entlehnung  anzunehmen.
Die  slovenische  Zunge  verwandelt  demnach  den  deutschen  Laut
entweder  ganz  anders  als  derselbe  in  Gottschee  gestaltet  wird,  oder
sie  steht,  wo  sie  mit  der  Gottscheewer  Aussprache  übereinstimmt,
selbst  u  nt  er  frem  dem  E  in  fl  u  ss  und  im  Einklänge  mit  Deutschen
und  Welschen  an  der  Grenze  Italiens  bis  an  den  Monte  Rosa.
Und  so  wird  sicli  denn  der  Einfluss  des  Slovenischen  auf  die
Mundart  von  Gotlschee  wol  gröstenlheils  auf  einige  slovenische
Ausdrücke  beschränken,  s.  z.  B.  ratze,  §upan,  im  Wörterbuch,  die  eingedrungen ­
  sind,  bei  weitem  nicht  so  zahlreich  als  deutsche  Ausdrücke ­
  ins  Slovenische,  Dass  in  den  Grenzorten  Masereben,  Suche,
Obergras  u.  a.,  wo  an  der  Slovenisierung  stark  gearbeitet  wird,  häufiger ­
  slovenische  Ausdrücke  in  die  Rede  gemischt  werden,  soll  damit
nicht  in  Abrede  gestellt  werden.
Wenn  wir  demnach  die  Anschauung,  der  zufolge  das  Eigenthümliehe,
  Besondere  in  der  Mundart  von  Gottschee,  slovenischem
Einflüsse  zuzuschreihen  wäre,  nicht  begründet  finden,  so  fragt  es
sich:  ob  dieses  Besondere  sich  nicht  aus  der  langjährigen  Abgeschiedenheit ­
  von  deutschem  Leben,  zunächst  von  dem  bairisch-österreichischen ­
  Volksleben,  erklären  lässt.  Es  haben  sich  ältere  Formen
erhalten,  eigentbümliche  Bildungen  in  der  Abgeschiedenheit  erst  entwickelt ­
  und  aus  diesen  beiden  Factoren  allein  schonmusste  die  Sprache
von  Gotlschee  notlnvendig  ein  eigentluimliches  Ansehen  gewinnen.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.