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S c h r Ö e r
wirkt habe, so müssen wir wieder einen, vielleicht klimatischen? gemeinsamen
Einfluss auf Slovenisch und Gottscheewisch gelten lassen.
Die Angabe in Weiuh. bair. Gr. §. 134: „der bairische Mund
spricht s im Anlaut ohne Schärfung aus“ ist ungenau. So weit mir
österreichische Mundart gegenwärtig ist (und diese ist bei Weinhold
unter der bairischen mit inbegriffen), spricht dieselbe: sagen,
sehen, singen, sorgen, Suppe ganz scharf: szägn, szegn, szbigen,
szorgen, szuppn und kennt das nd. tönende s (französ. s in prdsant)
im Anlaut gar nicht. Vgl. Lexer kämt. Wörterb. S. XIV: „S. Im Anlaute
scharf gesprochen“. Dies sz für s steht auf Einer Stufe mit
p für b, t für cl. Auch diese tönenden b und d kennt die österreichische
Mundart vor Vocalen im Anlaut nicht.
Das § für s steht dem nd. tönenden s näher, als diesem geschärften
österreichischen sz für s. Und da in Gottschee nun dieses
§ streng geschieden wird von ursprünglichem z, so möchte man auf
eine frühere von der österreichischen verschiedene Aussprache dieses
s in Gottschee schliessen, die dem nunmehrigen § vorausgegangen ist.
3. Der Übergang des i in u vor Consonanten und
nach einem Vocal. Der Gottscheewer spricht das l, ähnlich dem
Siebenbürger Sachsen und gewissenHäudörflern im ungrischcn Bergland,
s. meine Lautlehre S. 213, schwerfällig aus. In Wörtern wie:
alt, alp, galgen, salbe, mal spricht er es entweder dem polnischen l
ähnlich oder ganz vocalisch: z. B. äit, alp, gätgen, §ätbe, mal oder
aut, äup, gäugen, §äube, mau.
Diese Erscheinung finden wir nun auch im Slovenischen, wo
galge und gavge der Galgen, geschrieben wird, ebenso: zavba die
Salbe u. a. m.
Dieser im Niederländischen häufige Übergang (alt: out, wald:
wout, halten: houden, salz: sout u. s. f. Gr. gr. I 2 , 467, 482) findet
sich im Alemannischen, z. B. in Argau: wald: wauwd, wal: wcniw;
aut, band, Goud: alt. bald, Gold etc. Spuren davon in der innerrhodischen
Mundart Appenzells, im Wallis und am Monte Rosa,
s. Weiuh. al. Gramm. S. 162, 130. Am weitesten ausgebildet im
ungrischen Bergland in Hopgaard, s. meine Lautlehre S. 213.
Neue Beispiele von daher theilt mir mit E. Lindner, die ich hier
folgen lasse: §täun stehlen, de^toun gestohlen, wenn wellen (wollen),
soun sollen, demoun gemahlen, liotzeun Hutzeln, eube eilfe, zweube
zwelfe, häuf hilf! tvuuf Wolf, wuüwen Wölfe, göugenbdrtj Galgen-