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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 60. Band, (Jahrgang 1868)

Ein  Ausflug-  nach  Gottschee.

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mild,  sniuze  Schneuze)  Liehtscheere,  snofati  schnupfen.  Das  mhd.
sch  wird  s,  zuweilen  sic:  sala  Schale,  sapel  mhd.  schapel;  sek
Schecke,  sinn  Schiene,  suba  oder  savba  Schaube,  slcaf  Schaff,  skopa
Schaub,  skarje  Sclieere,  skrdt  mhd.  schrate  (elbisches  Wesen).
Inlautend  und  auslautend  wird  s  zu  z:  gaizlja  Geisel,  rozinhranc
  Rosenkranz,  gartroza  Gartenrose,  viza  Weise,  spiza  Speise,
vaza,  ruza  Wasen,  Rasen,  glaz  Glas.
Mhd.  g  bleibt  scharfes  s;  los,  lusati  Loos,  loosen.  Romanisches
g  ebenfalls  in  solddt.  Daher  dürfte  das  *  ein  Zeichen  sein,  dass  zegin
Seegen  nicht  direct  aus  signum  ins  Slovenische  übergegangen  ist
sondern  aus  dem  Deutschen  (ahd.  sägan,  mhd.  sägen).
Diese  Verhältnisse  entsprechen  nun,  ihrem  ganzen  Umfange
nach,  dem  gottscheewischen  Lautstande  und  hier  müssten  wir  nun
slovenischen  Einfluss  gelten  lassen,  wenn  diese  Erscheinung  nicht
gerade  wie  die  unter  1.  besprochene,  auch  im  Cimbrischen  und
Italienischen  (und  Furlanischen,  s.  oben  Seite  171)  zu  bemerken  wäre.
Zu  bedauern  ist,  dass  in  der  im  CWtb.  gegebenen  Lautlehre  dieser
Punkt  nicht  ausführlicher  behandelt  ist,  obwol  ich  aus  den  daselbst
gegebenen  Andeutungen  anzunehmen  nicht  Anstand  nehme:  dass  das
Verhältniss  ganz  dasselbe  ist.  „S  klingt,  nach  der  italienischen
Aussprache  jener  Gegend,  fast  wie  sch,  slavisch  s“  CWtb.
S.  45.  Dieses  „fast  wie  sch,  slavisch  s“  bezeichnet  wol  nichts
anderes  als  das  tönende  sch  d.  i.  §,  slovenisch  z,  französisch  je.  Dass
es  vor  l  mnb  (=m>),  wie  im  Gottscheewischen  tönend,  vor  p  und  t
scharf  klingt,  dürfte  Schmeller  entgangen  sein.  Vor  r  wird  sch
(scharf)  geschrieben  und  gesprochen.  „Für  die  s,  die  es  auch  in  der
älteren  deutschen  Sprache  sind,  setzt  das  Cimbrische,  obgleich  sie
wie  die  oberitalienischen  s  gesprochen  werden,  sein  einfaches  s,  als
glas,  maus,  disar,  lesen,  biso“.  Es  wäre  demnach  zu  schreiben,  wie:
in  Gottschee:  gla§  (slovenisch  glaz),  mau§,  disar,  le§en,  biso.  „Chs
wird  geschrieben  —  cs  und  ausgesprochen  —  ksch,  wie:  ocso,  bacs,
vucs  (ohs,  tcahs,  vuhs)“  also  okso,  balc§,  wulcs  wie  in  Gottschee 1 ).
Wenn  wir  demnach  nicht  annehmen  wollen,  dass  das  Slovenische ­
  auch  auf  das  Furlanische,  Oberitalisclie,  Cimbrische  ge-*)

  Die  Walser  in  Vorarlberg:  haben  unter  anclerm  auch  }  (z.  B.  }i:  sic)  im  Anlaut,
8.  Fromm.  IV,  324.  Die  Deutschen  am  Monte  Rosa  ebenso;  fin,  ha$o,  lefan,  sein,
Hase,  lesen  Schott,  die  Deutschen  in  Piemont  lüS.
            
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