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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 60. Band, (Jahrgang 1868)

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S  c  h  r  ö  e  r

Das  mhd.  «ist  Gottscheewisch  ai,  selbst  Friderich:  Wridraich;
guldin:  guldain;  vintlichen,  waintlain;  im  Slovenischen  wird  es
kurzes  i:  mhd  glich,  slov.  glih,  mhd.  lim,  slov.  lim,  mild,  litkouf
slov.  likof,  mhd.  riben,  slov.  rlbati;  mhd.  ribisen  (Reibeisen),  slov.
ribezin,  mhd.  snidaere  (Schneider),  slv.  znidar;  mhd.  wise  (Weise)
slov.  viza;  mhd.  zwifel  (Zweifel)  slov.  cvibel.  —  Mhd.  -lin  wird  in
Gottschee  -le,  slov.  -Ij  in  gottsch.  oarringle,  slov.  oringelj  u.  s.  f.  —
In  neuerer  Zeit  entlehnte  Wörter  haben  slovenisch  allerdings  für
mhd.  i  :  aj  :  cuspaiz  (Zuspeise),  cajtihge  (Zeitung)  u.  a.
Worin  die  Mundart  von  Gottschee  mit  dem  Slovenischen  übereinstimmt, ­
  das  sind  aber  folgende  Punkte:
1.  Der  Abfall  und  Ausfall  des  h.  Slovenisch  zeigt  in  entlehnten
deutschen  Wörtern,  mit  h  im  Anlaut,  oft  diesen  Abfall  des  h:  ajda
(auch  jeda  Heidekorn),  antverh,  antverhar  (Handwerk,  Handwerker), ­
  optah  (Hauptbuch),  ofert  (hoffahrt).  Die  Mundart  von
Gottschee  lässt  h  im  Anlaut  zuweilen  fallen  (ich  hörte:  ör  Heer  u.a.)
und  setzt  es  manchmal  wieder  vor  Selbstlauten  vor  (haup  A\p  u.  dg].),
beides  aber  so,  dass,  ohne  Stätigkeit,  auch  der  andere  Fall  Vorkommen ­
  kann  (hör,  Aup)-  —  So  schreibt  cimbrisch  der  Katechismus  von
1G02:  hersten  für  ersten,  ailighen  für  liailigen  u.  dgl.  CWtb.  4.
Die  Kröte  heisst  haffa  und  affa  CWtb.  127.
Die  Übereinstimmung  zwischen  cimbrisch,  gottscheewisch  und
slovenisch  ist  nun  wol  nicht  dem  Einflüsse  des  letzteren  auf  erstere,
sondern  dem  gemeinsamen  Einflüsse  des  Italienischen  auf  diese  Sprachen ­
  zuzuschreiben.  Dass  der  Italiener  (wie  der  Franzose)  das  anlautende ­
  h  gerne  unausgesprochen  lässt  (wie  auch  der  Neugrieche  den
spiritus  asper)  und  es  dann  oft  ungehörig  vorsetzt,  ist  bekannt.
2.  Die  Verwandlung  des  s  in  §  (slovenisch  z,  zu  sprechen  wie
französisch  je).  Mittelhochdeutsches  s  im  Anlaute  verwandelt  sieh
im  Slovenischen  vor  Vocalen,  vor  w,  l  und  (zum  Tlieil)  vor  n  in  z:
zajfa  Seife,  zenof  Senf,  zaga  Säge,  zamet  Samet,  zegin  Segen,
zehtar  Sechter,  zemlja  Semmel,  zida  Seide,  zlahta  ahd.  s/ahta  Geschlecht, ­
  Verwandtschaft,  zläk  Schlag,  znabel  Schnabel,  zveplo
Schwefel.  Vor  p,  t  wird  es  scharf  gesprochen  und  s  (sch)  geschrieben: ­
  spampet  Spannbett,  sparati  sparen,  spas  Spass,  spe’h  Speck,
§pilja  Spille,  spot  Spott,  strafati,  strafinga  strafen,  Bestrafung:  strena
Strän;  stuk  Stuck  (Kanone)  u.  a.  Einigemale  wird,  vielleicht  unrichtig, ­
  auch  vor  n  s  geschrieben:  snitleh  Schnittlauch,  snjajear  (von
            
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