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S c h r ö e r
Das mhd. «ist Gottscheewisch ai, selbst Friderich: Wridraich;
guldin: guldain; vintlichen, waintlain; im Slovenischen wird es
kurzes i: mhd glich, slov. glih, mhd. lim, slov. lim, mild, litkouf
slov. likof, mhd. riben, slov. rlbati; mhd. ribisen (Reibeisen), slov.
ribezin, mhd. snidaere (Schneider), slv. znidar; mhd. wise (Weise)
slov. viza; mhd. zwifel (Zweifel) slov. cvibel. — Mhd. -lin wird in
Gottschee -le, slov. -Ij in gottsch. oarringle, slov. oringelj u. s. f. —
In neuerer Zeit entlehnte Wörter haben slovenisch allerdings für
mhd. i : aj : cuspaiz (Zuspeise), cajtihge (Zeitung) u. a.
Worin die Mundart von Gottschee mit dem Slovenischen übereinstimmt,
das sind aber folgende Punkte:
1. Der Abfall und Ausfall des h. Slovenisch zeigt in entlehnten
deutschen Wörtern, mit h im Anlaut, oft diesen Abfall des h: ajda
(auch jeda Heidekorn), antverh, antverhar (Handwerk, Handwerker),
optah (Hauptbuch), ofert (hoffahrt). Die Mundart von
Gottschee lässt h im Anlaut zuweilen fallen (ich hörte: ör Heer u.a.)
und setzt es manchmal wieder vor Selbstlauten vor (haup A\p u. dg].),
beides aber so, dass, ohne Stätigkeit, auch der andere Fall Vorkommen
kann (hör, Aup)- — So schreibt cimbrisch der Katechismus von
1G02: hersten für ersten, ailighen für liailigen u. dgl. CWtb. 4.
Die Kröte heisst haffa und affa CWtb. 127.
Die Übereinstimmung zwischen cimbrisch, gottscheewisch und
slovenisch ist nun wol nicht dem Einflüsse des letzteren auf erstere,
sondern dem gemeinsamen Einflüsse des Italienischen auf diese Sprachen
zuzuschreiben. Dass der Italiener (wie der Franzose) das anlautende
h gerne unausgesprochen lässt (wie auch der Neugrieche den
spiritus asper) und es dann oft ungehörig vorsetzt, ist bekannt.
2. Die Verwandlung des s in § (slovenisch z, zu sprechen wie
französisch je). Mittelhochdeutsches s im Anlaute verwandelt sieh
im Slovenischen vor Vocalen, vor w, l und (zum Tlieil) vor n in z:
zajfa Seife, zenof Senf, zaga Säge, zamet Samet, zegin Segen,
zehtar Sechter, zemlja Semmel, zida Seide, zlahta ahd. s/ahta Geschlecht,
Verwandtschaft, zläk Schlag, znabel Schnabel, zveplo
Schwefel. Vor p, t wird es scharf gesprochen und s (sch) geschrieben:
spampet Spannbett, sparati sparen, spas Spass, spe’h Speck,
§pilja Spille, spot Spott, strafati, strafinga strafen, Bestrafung: strena
Strän; stuk Stuck (Kanone) u. a. Einigemale wird, vielleicht unrichtig,
auch vor n s geschrieben: snitleh Schnittlauch, snjajear (von