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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 60. Band, (Jahrgang 1868)

Ein  Ausflug  nach  Gottschee.

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(Memmingen),  der  in  Riegg,  Göttenitz,  Prausenprunnen
  (?  etwa  Prüse)  vom  Jahre  1370  bis  1414  wirkt.  Zu  Gottschee
wirkte  1393,  so  viel  bekannt  ist,  ein  Plebanns  Herrn  minus.
Ich  möchte  glauben,  dass  auch  die  anderen  Rodungen  zu  Pölan,
Kostei  undOssiunitz  von  Deutschen  gemacht  wurden.  Deutsche  haben,
wie  gesagt,  Bahn  gebrochen  und  gezeigt,  dass  man  wohnen  kann  in
Gegenden,  die  anderen  Völkern  unbewohnbar  schienen  <).  Obwol
die  Namen  von  Gottschee  und  von  Göttenitz  nicht  deutsch  sind,
waren  die  ersten  Bewohner  dieser  Orte  Deutsche  und,  wenn  nun  gleichzeitig ­
  mit  ihnen  auch  jene  anderen  in  unbewohnbaren  Hainen  gelegenen ­
  Orte  urbar  gemacht  wurden,  so  geschah  dies  wahrscheinlich
auch  durch  neuangekommene  Deutsche;  hätten  die  S1  ovenen
Lust  gehabt,  in  diese  Wildniss  einzudringen,  so  konnten  sie  dies
längst  versuchen,  aber  es  geschah  erst  jetzt,  wo  eine  Einwanderung
von  Tausenden  unternehmender  Deutscher  stattfand  und  wird  denn
auch  durch  sie  geschehen  sein.  Dafür  scheint  mir  stark  zu  sprechen  der
Umlaut  in  dem  Ortsnamen  Pö  1  a  n,  der  in  der  Urkunde  von  1303  —  ich
habe  das  Original  im  Staatsarchiv  eigens  desshalb  eingesehen,  —  zweimal ­
  vorkömmt  und  mit  der  lebenden  Mundart  übereinstimmt;  es  heisst
auch  jetzt  noch  Pölan  d.  Weder  der  Graf  von  Ortenburg,  noch  der
Patriarch  würden  den  Ortsnamen  germanisiert  haben,  und  die  Form,
in  der  sie  ihn  urkundlich  nennen,  ist  gewiss  die  populäre,  bei  der
Bevölkerung  übliche;  eine  Bevölkerung  aber,  die  eine  von  Slovenen
Po.ljane  genannte  Ebene  Pölan  nennt,  kann  nicht  slovenischer
Zunge  sein.
Woher  diese  Deutschen  nun  kamen,  ist  die  nächste  Frage.  Die
Mundart  antwortet  darauf:  es  sind  im  Ganzen  Markomannen,  die
Mundart  hat  im  Ganzen  den  Charakter  der  baierisch-österreichischen
Ostlechmundarten,  aber  mit  einem  alten  Zusatz  von  Schwaben  und
Franken  her,  durch  den  sie,  bei  grosser  Verwandtschaft  mit  der
Mundart  der  Cimbri  und  der  Kärntner,  sich  von  diesen  in  vielen
Wortformen  und  gewissen  Lauten  unterscheidet.
Die  Schwiegertochter  jenes  Otto  von  Ortenburg,  zu  dessen
Zeiten  Gottschee  bevölkert  wurde,  war  Margaretha  geborne  von  Teck
und  Hohenlohe,  ihr  Bruder  Ludwig  ward  später  Patriarch  von  Aqui-Ganz

  so  wie  unter  den  Slovaken  im  ungr.  Bergland  die  Gebenden  der  Häudörfer,
die  gleichzeitig  mit  Gottschee  gegründet  wurden.  Siehe  Seife  -83.
            
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