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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 60. Band, (Jahrgang 1868)

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S  c  h  r  5  e  r

eigentlich  deutschem  Gottscheewer  Gebiet  liegen  davon  jetzt  nur
Gottschee  und  Götenitz;  Pöland,  Costel  und  Ossiuuitz  sind  jetzt  ganz
slovenisch,  womit  freilich  nicht  gesagt  ist,  dass  sie  es  ursprünglich
waren.  Sie  liegen  an  der  Grenze  von  Gottschee  und  sind  vielleieht
im  Laufe  der  Jahrhunderte  slovenisiert  worden.  Aus  obiger  Urkunde
ergibt  sich  mir  nämlich  folgendes  Bild  von  der  ursprünglichen  Ansiedelung ­
  in  Gottschee.  Bei  der  Bevölkerung  von  Krain  hatten  die  Gegenden ­
  der  benachbarten  Wildniss  allgemeine  Namen  wie:  ffocevje,
Gutnica,  Poljdne,  deren  erstere  beiden  vielleicht  uralt  und  daher
schwer  zu  deuten  sind,  indem  die  letztere  die  Örtlichkeit  als  Ebene
bezeichnet,  wie  das  benachbarte  Thal  (Do!)  an  der  Kulpa.
Ossiunitz  bezeichnet  sein  Name  vielleicht  als  Neuland,  Ansaat,
wenn  es  gestattet  ist  an  slovenisch  sejüti  (säen  und  sieben)  zu  denken, ­
  wobei  mir  die  slovakische  Form  osywdm  vorschwebt.  Kostei
(von  lat.  castellum:  Burg,  slovakisch:  Kirche)  bei  Fara  (fara  bedeutet ­
  jetzt  slovenisch:  Pfarre,  eine  schon  wegen  des  Anlautes  unslavische
  Form,  wohl  ursprünglich  aus  r.ctpoixia,  parochia  zunächst
aber  aus  dem  Deutschen  ahd.  pfurra  und  f'arra  entlehnt)  hat  wol
von  einem  kirchlichen  oder  weltlichen  Bau  seinen  Namen.  In  diesen,
bis  dahin  unbewohnbaren  Gegenden  („Hainen  und  Wäldern“  wie
die  Urkunde  sagt)  hat  sich  um  die  Mitte  des  14.  Jahrhunderts  zahlreiches ­
  Volk  angesiedelt  und  Kirchen  gebaut  in  Gottschee  (so  hiess
ursprünglich  wol  die  Gegend  etwa  zwischen  Mitterdorf  und  Mosel,
die  jetzt  das  Land  heisst),  in  Gotenitz  (der  Gegend  die  jetzt  das
Hinterland  heisst)  und  an  der  Südgrenze  von  Gottschee,  in  Pöland, ­
  Costel  und  Ossiunitz.  Die  neuen  Ansiedler  haben  die  Namen  der
Gegenden,  wo  sie  schon  benannt  waren,  angenommen  und  nur  neu
entstehende  Ortschaften  neu  benannt.  So  erkläre  ich  mir  die  slovenischen
  Namen  auch  noch  einiger  anderer  Orte  mitten  unter  deutschen
Ortsnamen,  in  deutscher  Gegend  von  Gottschee,  z.  ß.  Malgern
(sl.  mala  gurrt:  kleiner  Berg),  Tappelwerch  (sl.  topli  verh:  Warmberg) ­
  u.  a.  Das  Gebiet  von  Gottschee  dehnt  sich  nördlich  bis  über
Altlaag  hinaus,  östlich  bis  Maschen  (zur  „Masche“  sl.  Cermosnjice,
amtlich  jetzt  Tschermoschnitz).
Es  fragt  sich  nun,  ob  diese  Ansiedler,  die  auf  einmal  „unbewohnbare ­
  Gegenden"  in  weitem  Umkreis  urbar  machten,  Deutsche
waren?  Die  von  Gottschee  und  Götenitz  waren  es  bestimmt,  dafür  zeigt
schon  der  Pfarrer  J  ohannes  Ze  ngg  (al.  Z  i  n  k)  aus  Schwaben
            
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