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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 60. Band, (Jahrgang 1868)

Ein  Ausflug  nach  Gtottschee.

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wunderbaren  Bergsfrom,  der  die  Stadt  Gottschee  einschliesst  und
unweit  der  Stadt  in  voller  Kraft  entspringt,  um  unterhalb  derselben,
ebenso  plötzlich  zu  verschwinden,  ein  Wundersee!  —  Einer  solchen
Ableitung  ist  aber  entgegen  die  Schreibung  des  Namens  in  obiger
Urkunde,  die  in  jener  Zeit  nicht  leicht  die  Zusammenziehung  gots
für  gotes  und  gewiss  nicht  die  Verwandlung  des  s  in  sch  aufweisen
würde,  wenn  jene  Deutung  richtig  wäre.  Und  dieses  sch  wird  festgehalten ­
  vom  14,  Jahrhundert  bis  in  unsere  Zeit.  Die  Schreibung
ist  immer  Gotsclie,  im  IS.  Jahrhundert,  erst  1496  finde  ich  Gutschee. ­
  Merkwürdiger  Weise  auf  dem  Gottscheer  Stadtsiegel
von  1471:  sigillum  ciuitntis  in  Kot  sehne  (d.  i.  Kolschew’)  mit  k,
indem  früher  und  später  g  geschrieben  wird.  Die  slovenische
Benennung  von  Gottschee  ist  Hocdvje  so  findet  sie  sich  bei
allen  älteren  Schriftstellern  und  in  dem  Familiennamen  Hoceoar,  der
sich  in  Krain  nicht  selten  findet,  hat  sich  diese  Form  festgesetzt.
Neuere  Schriftsteller  schreiben  Kocecje  und  leiten  dann  den  Namen
von  köca  die  Hütte  ab,  eine  Ableitung  die  nur  dann  angenommen
werden  könnte,  wenn  die  Hütte  auch  höcci  hiesse.  Aber  Gottschee
ist  nicht  der  Name  von  Hütten,  ursprünglich  nicht  der  Name  einer
Ortschaft,  sondern  einer  Gegend  im  Urwald.  —  Wenn  ich  nun
auch  die  gewöhnliche  Ableitung  aus  dem  Slovenischen  nicht  annehme, ­
  so  will  ich  doch  nicht  übergehen,  dass  alle  fünf  in  obiger
Urkunde  genannten  Orte  (Gotsclie,  Pülan,  Cos  tel,  0  s  siwniz,
Goteniz)  undeutsch  aussehen  2 ).  Am  deutlichsten  slovenisch  ist
Pölan,  sl.  poljdna  die  Ebene  (wenn  auch,  und  dies  ist  bemerkens-Werth,
  mit  deutschem  Umlaut,  also  in  germanischer  Form,  durch  den
Mund  von  Deutschen  dem  Patriarchen  von  Aquileja  bekannt  geworden, ­
  bei  Deutschen  in  dieser  deutschen  Form  in  Gebrauch).  In

„Sie  heissen“  (die  Gottscheewev)  „crainerisch  Hotscheuarie  oder  Hottscheyarie“
Valvasor  VI,  299,  Ein  Dorf  Hocevje  finde  ich  auch  bei  Gutenfeld  (wieder  ein
Gotenfeld?!  Dobrepolje)  im  Reifnitzer  Decanat;  ein  drittes  Kocevje,  das  ich  auf
keiner  Karle  finden  kann,  soll  bei  Tschcrnenibel  liegen.  S.  Rudesh»  a.  a.O.  S.  264.
Slovenische  Ortsnamen,  die  vielleicht  Örtlichkeiten  bezeichneten.  bevor  sie  zu
Dörfern  geworden  sind,  finden  sich  in  mehreren  ganz  deutschen  0;ten,  wie  wir
sehen  werden.  Aber  auch  slovenische  Familiennamen,  die  nur  zum  Thcil  Übersetzungen ­
  deutscher  Namen  sind  (s.  Hiris,  JagHtsch).  —  Ein  Beispiel,  wie  die
Namen  deutscher  Ansiedelungen  amtlich  übersetzt  werden,  führte  ich  an  Darstellung ­
  (s.  Abkürzungen  unten  S.  2S7)  Seite  13,

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