Ein Ausflug nach Gottschee.
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Das Verwirrende des ersten Eindruckes einer Mundart, deren
Lautstand zum Theile aus allen Bahnen des Erhörten heraustritt, und
dessen Regel, durch den Einfluss der Schriftsprache oft verhüllt, oft
gefälscht erscheint (wenn z. B. alle f zu w, alle w zu b werden und
daher w gewordene f, für ursprüngliche w gehalten, zuweilen zu b
überspringen, oder zu b gewordene w, geziert, w, und, als iv für
ursprüngliche f gehalten, /'gesprochen werden t), so dass man sich
manchmal in einem schwindelnden Kreisläufe wechselnder Lautverhältnisse
befindet), einige auffällig alte Formen, dazu abnorme
Erscheinungen, wie die scheinbare weibliche Vergrösserungssilbe -o,
neben der Verkleinerungsform -e und einer Form für den Ausdruck
des Spottes -ate— alle diese Dinge erweckten in mir anfangs allerdings
Gedanken, von denen auch die Möglichkeit ausserordentlicher
Ergebnisse meiner Forschungsreise nicht ausgeschlossen war. —
Solche Erwartungen schwanden noch in den ersien Tagen meines
Aufenthaltes in Gottschee, gleich einem Morgennebel! und es erschienen
bald alle die neuen, immerhin interessanten Erscheinungen, im
Ganzen durchsichtig und klar in ihrem Zusammenhänge mit Bekanntem.
Der Werth desjenigen, das sich in Sprache und Überlieferung
in Gottschee vorfindet, wird daher nicht darin zu suchen sein,
dass es Von einem erloschenen deutschen Volksstamme uralte Reliquientrümmer
wahrt, sondern nur darin, dass es von dem, was aus
der Vorzeit noch im 14. Jahrhundert lebendig war bei unserem Volke,
sehr vieles, mit bei weitem grösserer Treue bewahrt als andere
Stämme, die, weniger abgeschieden lebend, im Strome des Culturlebens
alte Erinnerungen mehr abgestreift haben. In dieser Art
bietet Gottschee jetzt noch eine reiche Fundgrube, aus der ich freilich
nur Proben vorweisen kann.
Sr. Excellenz Grafen Anton Auersperg. In Krain selbst den Herren K. Deschmann
und A. Dimitz für Empfehlungsbriefe und freundlich bethiitigte Theilnahme in der
Laibacher Zeitung, den Herren Pfarrern Steurer in Mitterdorf, Krise in Morobitz,
Krombholz in Altlaag und Lobbe in Iliek, endlich den liebgewordenen Freunden
in Gottschee, den Herren Dr. Wenedickter und Apotheker Braune für freundliche
Aufnahme! — Für schriftliche Mittheilungen habe ich besonders zu danken Herrn
Stud. Theol. G. Jaglitsch und Herrn Mag. Pharm. R. Braune und Caplan
P a r a p a t.
*) Friderfchstein heisst richtig: Wridraiehstoin, gefälscht Bridraichstoin, Bidraistoin ;
Wald heisst richtig: Baud, gefälscht: Faud, Faid; Feld richtig: Waud, gefälscht:
Baud. Namen schwanken, z. B. Fuchse wird bald Buchse, bald Wüchse u. dgl. in.