Ein Ausflug nach Gottschee.
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2. Die Ansiedlung in Gottschee.
Es sei mir erlassen, die vielen, namentlich in letzter Zeit
häufig gewordenen Nachrichten über Gottschee in Büchern,
Zeitungen und Jahrbüchern, auf die ich gelegentlich noch zu
sprechen komme, hier aufzuzählen i), und bei abenteuerlichen Vermuthungen
, wie die über ihre Abstammung von Goten, Goto-Sueven
u. dgl. zu verweilen, die doch nicht derart sind, um in wissenschaftlichen
Kreisen ernstlich Eindruck zu machen; doch muss ich einer
Annahme gedenken, die nicht nur in Ansehung ihres Urhebers, der
zu unseren grössten Forschern zu zählen ist, sondern auch wegen
der vorgebrachten ansprechenden Gründel Erwähnung verdient, umsomehr
als gerade diese gewichtigste Annahme den Verfassern von
Abhandlungen und Aufsätzen über Gottschee, die bis in die jüngste
Zeit erschienen sind, entgangen ist. Ich meine die Annahme von
Kaspar Zeuss, der in seinem Werke: „die Deutschen und die
Nachbarstämme“ (1837) S. 454f. 589f. und 614, die Gottscheewer
für einen Rest der Vandalen hält, der in Pannonien zurückblieb,
indem Godegisil sein Volk in die Westländer über den Rhein führte.
Procop. de bello vandal. I, 22. Hierzu kömmt, dass Constantinus
Porph. de admin. imp. Cap. 30 unter den Städten des Bans von Croatien
ein Yout&xö. (al. rour&jffxä) nennt, wobei Zeuss an das populus
Guduscanorum oder Goduscanorum, welches nach Einhard’s annal.
(z. Jahre 818. 819) an derKulpa wohnte, wie jetzt die Gottscheewer,
auch Abgeordnete an Ludwig den Frommen sandte u. s. f., erinnert. —
*) Das Beachtenswertheste ist enthalten in J. W. Valvassor’s: die Ehre des Herzogthums
Krain (1686), 4 Folianten; in einem oft (namentlich von Radies) benutzten,
aber nirgend genannten Aufsatz in J. M. Schottky's Vorzeit und Gegenwart. Posen
bei Mauck. 1823. 1. Bd. 3. Stück, S. 237 bis 278: das Herzogthum Gottschee,
besprochen durch Prof. Richter und von Rudesh. — Das Beste w r ar immer noch
die Schrift von Th. Elze: Gotschee und die Gotscheewer. Aus dem 3. Jahresheft
des krain. Landesmuseums. Laibach 1861. — Klun hat wiederholt in Zeitschriften
über Gottschee geschrieben, s. meine Darstellung S. 23. Ebenso Radies u. A.
Dabei wurden gewisse Sprachprohen immer wieder abgedruckt nach handschriftlichen
Mittheilungen, ohne Rücksicht auf die gedruckte Quelle, au3 der sie abgeschrieben
waren. In folgerichtiger Schreibung ist keine dieser Aufzeichnungen
gegeben, daher sie von der Mundart nur ein verwirrendes Bild geben. Am treuesten
schrieben Rudesh in jenem alten Aufsätze und A. Richter bei Fromann VI, 321.