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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 60. Band, (Jahrgang 1868)

Ein  Ausflug  nach  Gottschee.

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2.  Die  Ansiedlung  in  Gottschee.
Es  sei  mir  erlassen,  die  vielen,  namentlich  in  letzter  Zeit
häufig  gewordenen  Nachrichten  über  Gottschee  in  Büchern,
Zeitungen  und  Jahrbüchern,  auf  die  ich  gelegentlich  noch  zu
sprechen  komme,  hier  aufzuzählen  i),  und  bei  abenteuerlichen  Vermuthungen ­
  ,  wie  die  über  ihre  Abstammung  von  Goten,  Goto-Sueven
u.  dgl.  zu  verweilen,  die  doch  nicht  derart  sind,  um  in  wissenschaftlichen ­
  Kreisen  ernstlich  Eindruck  zu  machen;  doch  muss  ich  einer
Annahme  gedenken,  die  nicht  nur  in  Ansehung  ihres  Urhebers,  der
zu  unseren  grössten  Forschern  zu  zählen  ist,  sondern  auch  wegen
der  vorgebrachten  ansprechenden  Gründel  Erwähnung  verdient,  umsomehr ­
  als  gerade  diese  gewichtigste  Annahme  den  Verfassern  von
Abhandlungen  und  Aufsätzen  über  Gottschee,  die  bis  in  die  jüngste
Zeit  erschienen  sind,  entgangen  ist.  Ich  meine  die  Annahme  von
Kaspar  Zeuss,  der  in  seinem  Werke:  „die  Deutschen  und  die
Nachbarstämme“  (1837)  S.  454f.  589f.  und  614,  die  Gottscheewer
für  einen  Rest  der  Vandalen  hält,  der  in  Pannonien  zurückblieb,
indem  Godegisil  sein  Volk  in  die  Westländer  über  den  Rhein  führte.
Procop.  de  bello  vandal.  I,  22.  Hierzu  kömmt,  dass  Constantinus
Porph.  de  admin.  imp.  Cap.  30  unter  den  Städten  des  Bans  von  Croatien
  ein  Yout&xö.  (al.  rour&jffxä)  nennt,  wobei  Zeuss  an  das  populus
Guduscanorum  oder  Goduscanorum,  welches  nach  Einhard’s  annal.
(z.  Jahre  818.  819)  an  derKulpa  wohnte,  wie  jetzt  die  Gottscheewer,
auch  Abgeordnete  an  Ludwig  den  Frommen  sandte  u.  s.  f.,  erinnert.  —

*)  Das  Beachtenswertheste  ist  enthalten  in  J.  W.  Valvassor’s:  die  Ehre  des  Herzogthums
  Krain  (1686),  4  Folianten;  in  einem  oft  (namentlich  von  Radies)  benutzten,
aber  nirgend  genannten  Aufsatz  in  J.  M.  Schottky's  Vorzeit  und  Gegenwart.  Posen
bei  Mauck.  1823.  1.  Bd.  3.  Stück,  S.  237  bis  278:  das  Herzogthum  Gottschee,
besprochen  durch  Prof.  Richter  und  von  Rudesh.  —  Das  Beste  w r ar  immer  noch
die  Schrift  von  Th.  Elze:  Gotschee  und  die  Gotscheewer.  Aus  dem  3.  Jahresheft
des  krain.  Landesmuseums.  Laibach  1861.  —  Klun  hat  wiederholt  in  Zeitschriften
über  Gottschee  geschrieben,  s.  meine  Darstellung  S.  23.  Ebenso  Radies  u.  A.
Dabei  wurden  gewisse  Sprachprohen  immer  wieder  abgedruckt  nach  handschriftlichen ­
  Mittheilungen,  ohne  Rücksicht  auf  die  gedruckte  Quelle,  au3  der  sie  abgeschrieben ­
  waren.  In  folgerichtiger  Schreibung  ist  keine  dieser  Aufzeichnungen
gegeben,  daher  sie  von  der  Mundart  nur  ein  verwirrendes  Bild  geben.  Am  treuesten ­
  schrieben  Rudesh  in  jenem  alten  Aufsätze  und  A.  Richter  bei  Fromann  VI,  321.
            
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