Ein Ausflug- nach Gottschee.
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französisch je, auch vor w: §bärz u. dgl., z. B. qain, so, ist, linken,
roa§e, kun§t. Der Furlaner spricht: tu vivis in tantis miseriis: tu
leiwisch in tantiscli mischeriisch- Länder- und Völkerkunde. Prag
1823. Bd. 18. S. 561. Der Slovene spricht: glai, tavzint, zaga:
Glas, tausend, Säge. Cimbrisch lautet s fast wie sch, s. CWtb. 45.
Und hieraus erklären sich denn die Reime bei Thomasin: ku?ist:
wünscht' 9225 und kiinst:loiinscht 8901.
An Reime von d und g, die bei Thomasin Vorkommen, wird
uns die Gottscheewer Mundart noch erinnern. S. das Wörterbuch
unter D *).
Sachsen in Dalmatien. — Hier sei denn auch noch erwähnt, was
bisher wenigen bekannt sein dürfte, dass die Spuren von sächsischen
Ansiedelungen, wenn auch nicht in Istrien und Venezien,
so doch in Dalmatien aus dem 13. Jahrhundert historisch nachgewiesen
werden können, worauf mich der Herausgeber von Safarik’s
gesammelten Schriften, Herr Sectionsrath von Jirecek aufmerksam
machte. S. darüber Miklosich: Monumenta Serbica, Viennsel858, LII
(anno 1240—4272): Stefanus Uros, Serbis rex confirmat privilegia
Ragusinis, a patre concessa, et statuit controversias inter
Saxonem et Ragusinum a duobus judiciis dirimendas esse, quorum
unus Saxo alter Ragusinus sit.
LIII(1240—1272). St. Uros privilegia mercatoriaRagusinis concedit.
Dabei ist die Rede von Blutgeld (vrazda), welches für einen
Mord zu zahlen ist „wie es die Sachsen zahlen (kako i Sasi placaju)“.
*) Sehr bedauerte ich, ein deutsches Gedicht eines Krainers ans dem
14. Jahrhundert, das handschriftlich indem fürstlich Auerspergisehen Archiv
zu Laibach noch im Jahre 1862 vorhanden war, bei meinem Aufenthalt in Laibach
1867 nicht mehr zu finden! So sehr ich suchte — es ist verschwunden! — Eine
Nachricht davon gab P. von Radies in den Mittheilungen des historischen Vereins
fiir Krain 1862, Seite 95: „Hs. No. 186, morales concionatoria XIV. Jahrh., ein
Zweigespräch zwischen Satan und dem Herrn in mhd. Sprache und
in Reimen von Otto dem Rasp. Dieses Gedicht ist nun das erste in deutscher
Sprache des Mittelalters bekannte von einem Krainer herrührende und daher von
dem grössten Interesse. Ich hoffe, dass das nähere gründliche Eingehen in dieses
Schriftstück wichtige Beiträge zur Culturgeschichte Krains im 14. Jahrhunderte,
sowie für die Geschichte d. deutschen Sprache liefern wird“. So Herr v. Radies.
Noch mache ich darauf aufmerksam, dass Herr von Radies in dem a. a. 0. gegebenen
Bericht überdas Auerspergische Archiv zweier Hss. des Schwabenspiegel,
die ich daselbst entdeckte, auffallender Weise, nicht gedenkt.