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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 60. Band, (Jahrgang 1868)

Die  früheren  Wanderjahre  des  Conrad  Celtes.

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Willibald  Pirkheimer  ,  in  Augsburg  Conrad  Peutinger.  Anfänglich
leitete  neben  dem  Präsidenten  als  Vizepräsident  oder  erster  Secretär
dieVereinsgescbäfte  der  Heidelberger  Rechtsprofessor  Johann  Vigilius,
der  zu  seiner  Unterstützung  den  ebenfalls  in  Heidelberg  wohnenden
Humanisten  Heinrich  Cuspidius  hatte.  Um  Celtes  in  steter  Verbindung
mit  der  Sodalität  zu  erhalten,  wurden  ihm,  da  er  so  häufig  seinen
Aufenthaltsort  wechselte,  regelmässig  Berichte  über  den  Fortgang
des  Vereins  geliefert  und  nicht  selten  seine  Rathschläge  eingeholt.
Da  alte  Handschriften  aufzusuchen,  ihren  Werth  zu  prüfen,  sie  zu
erklären  und  durch  den  Druck  zu  verbreiten,  mit  zu  den  vorzüglicheren ­
  Zwecken  der  Gesellschaft  gehörte,  so  war  die  Einrichtung ­
  getroffen,  dass  bei  derartigen  Publieationen  besondere
Commissionen,  bestehend  aus  einigen  Vereinsmitgliedern  als  Censoren
  zur  Begutachtung  und  Berichterstattung  niedergesetzt  waren  2).
Die  Entscheidung  selbst  aber  fiel  der  Sodalität  zu,  welche  sicli  zeitweise ­
  in  einer  Stadt,  wo  sie  ein  Diversorium  hatte,  versammelte.
Wurde  der  Druck  eines  Werkes  beschlossen,  so  fand  er  unter  der
Leitung  und  Aufsicht  der  Sodalität  statt,  und  sie  suchte  durch
Erlangung  kaiserlicher  Privilegien  die  von  ihr  besorgten  Publieationen
gegen  den  Nachdruck  zu  sichern.  Es  liegt  nahe  in  der  Einrichtung
der  Celtesischen  gelehrten  Sodalitäten,  die  Grundzüge  der  Verfassung
der  neuern  Akademien  der  Wissenschaften  zu  erkennen.
Celtes  verlängerte  seinen  Aufenthalt  in  Mainz,  wo  er  bei
seinem  Ilospes  Theodorich  Gresmund  von  Meschede  =)  wohnte,  bis
zum  Eintritt  der  bessern  Jahreszeit  im  April  1491.  In  jener  Zeit

*)  Das  Dedicationsschreiben  des  Celtes  an  den  sächsischen  Kurfürsten  Friedrich  in
der  Ausgabe  der  Werke  der  Roswitha  ist  dalirt:  Ex  Norimberga  Augusta  Praetoria,
  diversorio  nostro  literario,  aede  Willibaldi  Pirkhamer.
2 )  Am  Schlüsse  der  Celtes’schen  Rhapsodia.  Norimberg.  1305:  Finiunt  panegyrici  etc.
per  sodalitatem  litterariam  Danubianam,  censoribus  Conrado  Peutingero  ,  Joanne
Foeniseca  (Mader),  Sebastiano  Sperantio.  Am  Schlüsse  des  libellus  de  urbe  Norimberga: ­
  Joanne  Dalburgio  Wormat.  Episcopo  et  Joanne  Coclite  (i.  e.  Löffelholz),
ducali  senatore  et  magnifico  cive,  censoribus.
*)  Celtes  richtet  :.n  ihn  im  3.  Buche  der  Oden  das  27.  Gedicht.  Theodorich  hatte
einen  gleichnamigen  Sohn,  der  unter  den  Humanisten  seiner  Zeit  auch  einen
Namen  hatte.  Vgl.  Trithem.  de  script.  eccl.  u.  Burckhard  de  fatis  ling.  lat.  II.
p.  391.  Auch  in  einem  Briefe  an  Celtes  spricht  Trithemius  von  beiden  Theodorich
Gresmund.  S.  Roswitha  u.  C.  Celles.  S.  67.
            
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