Die früheren Wanderjahre des Conrad Celtes.
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Willibald Pirkheimer , in Augsburg Conrad Peutinger. Anfänglich
leitete neben dem Präsidenten als Vizepräsident oder erster Secretär
dieVereinsgescbäfte der Heidelberger Rechtsprofessor Johann Vigilius,
der zu seiner Unterstützung den ebenfalls in Heidelberg wohnenden
Humanisten Heinrich Cuspidius hatte. Um Celtes in steter Verbindung
mit der Sodalität zu erhalten, wurden ihm, da er so häufig seinen
Aufenthaltsort wechselte, regelmässig Berichte über den Fortgang
des Vereins geliefert und nicht selten seine Rathschläge eingeholt.
Da alte Handschriften aufzusuchen, ihren Werth zu prüfen, sie zu
erklären und durch den Druck zu verbreiten, mit zu den vorzüglicheren
Zwecken der Gesellschaft gehörte, so war die Einrichtung
getroffen, dass bei derartigen Publieationen besondere
Commissionen, bestehend aus einigen Vereinsmitgliedern als Censoren
zur Begutachtung und Berichterstattung niedergesetzt waren 2).
Die Entscheidung selbst aber fiel der Sodalität zu, welche sicli zeitweise
in einer Stadt, wo sie ein Diversorium hatte, versammelte.
Wurde der Druck eines Werkes beschlossen, so fand er unter der
Leitung und Aufsicht der Sodalität statt, und sie suchte durch
Erlangung kaiserlicher Privilegien die von ihr besorgten Publieationen
gegen den Nachdruck zu sichern. Es liegt nahe in der Einrichtung
der Celtesischen gelehrten Sodalitäten, die Grundzüge der Verfassung
der neuern Akademien der Wissenschaften zu erkennen.
Celtes verlängerte seinen Aufenthalt in Mainz, wo er bei
seinem Ilospes Theodorich Gresmund von Meschede =) wohnte, bis
zum Eintritt der bessern Jahreszeit im April 1491. In jener Zeit
*) Das Dedicationsschreiben des Celtes an den sächsischen Kurfürsten Friedrich in
der Ausgabe der Werke der Roswitha ist dalirt: Ex Norimberga Augusta Praetoria,
diversorio nostro literario, aede Willibaldi Pirkhamer.
2 ) Am Schlüsse der Celtes’schen Rhapsodia. Norimberg. 1305: Finiunt panegyrici etc.
per sodalitatem litterariam Danubianam, censoribus Conrado Peutingero , Joanne
Foeniseca (Mader), Sebastiano Sperantio. Am Schlüsse des libellus de urbe Norimberga:
Joanne Dalburgio Wormat. Episcopo et Joanne Coclite (i. e. Löffelholz),
ducali senatore et magnifico cive, censoribus.
*) Celtes richtet :.n ihn im 3. Buche der Oden das 27. Gedicht. Theodorich hatte
einen gleichnamigen Sohn, der unter den Humanisten seiner Zeit auch einen
Namen hatte. Vgl. Trithem. de script. eccl. u. Burckhard de fatis ling. lat. II.
p. 391. Auch in einem Briefe an Celtes spricht Trithemius von beiden Theodorich
Gresmund. S. Roswitha u. C. Celles. S. 67.