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A s t* h b a c h
Die Sodalitas Rhenana erhielt durch ihren Präsidenten eine
feste Einrichtung, welche ohne Zweifel von Celtes entworfen worden
war i). Es wurden zwar keine eigentlichen Statuten gegeben, aber
der Verein sollte nach gewissen Grundsätzen geleitet werden, die
mehr angedeutet, als scharf vorgezeichnet waren. Absichtlich hüllte
man das Wesen der Gesellschaft in das Geheimnissvolle, aber man
wollte alles, was auf Zwang und strenges Gesetz hinwies, verbannen.
Der Grundsatz der freien Vereinigung sollte vor allem herrschen.
Nächster Zweck war Förderung und Verbreitung der humanistischen
Disciplinen und Studien, demnach der alten classischen Sprachen,
der antiken Poesie und Rhetorik, der platonischen Philosophie, der
schönen Künste und Wissenschaften überhaupt. Indireet stand
damit in Verbindung der Kampf gegen den Scholasticismus, welchen
man als Rarbarei, als Geistesfessel aller gesunden und natürlichen
Regungen und wissenschaftlichen Bestrebungen bezeichnete. Hier
war es, wo man mit dem herrschenden theologischen System und
was damit zusammenhing in bedenkliche Conflicte gerathen konnte:
es war daher Vorsicht und eine gewisse Reserve nothwendig, nicht
alles öffentlich und unumwunden bloszulegen. Wer ernsllich die
Absicht hatte, die Zwecke der Gesellschaft zu fördern und durch
einen gewissen Grad von humanistischer Bildung in Stand gesetzt
war, den Anforderungen zu entsprechen, konnte als Mitglied der
Sodalität beitreten. Dass eine förmliche Aufnahme stattfand, ist nicht
unwahrscheinlich. Da die Gesellschaft ihren Präsidenten und ihre
Secretäre hatte, so lag es nahe, auch von ihren Mitgliedern ein
besonderes Verzeichniss zu führen. Es war nicht nothwendig, dass
alle ihren Wohnsitz in Heidelberg hatten: nur die, welche die
Geschäfte leiteten oder das Bureau bildeten, mussten ihr gewöhnliches
Domicil daselbst haben. In anderen Städten wie in Mainz, Nürnberg,
Augsburg, wo mehrere Sodales in der Nähe sich befanden, bestanden
für dieselben Einkehr- oder Versammlungsorte. Es besorgte ein
angesehener Sodalis in solchen Städten als Hospes für die Section
oder das Contubernium Sodalium die etwa nöthige gastliche Beherbergung
und Bewirthung. In Heidelberg war ein solcher Hospes
Johann Vigilius, in Mainz Theodorich Gresmund, in Nürnberg
*) Vangionum praesul (sodalibus) sua jura dedit sagt das oben angeführte Bonomische
Episodium.