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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 60. Band, (Jahrgang 1868)

Die  früheren  Wanderjahre  des  Conrad  Celtes.

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Willibald  Pirkheimer  <),  der  Nürnberger  Patricier,  ein  Freund
der  classischen  Wissenschaften  und  Kenner  des  Griechischen;  Martin ­
  Pollich  von  Mellerstadt  aus  Franken 2 ),  Leibarzt  des  sächsischen ­
  Kurfürsten  Friedrich,  später  Theolog  und  Philosoph,  wie  auch
ein  Freund  der  Dichter  und  selbst  Dichter;  ferner  der  Mathematiker
Johann  Stabius  2 )  an  der  Ingolstädter  Hochschule  und  Janus
Tolhoph  (Tolophus),  Propst  von  Forchheim  und  Domherr  zu
Regensburg,  ein  Astronom  und  Dichter 4 ).  Weiter  gehörten  zu  dem
rheinischen  Gelehrtenkreise:  der  sächsische  Edelmann  Heinrich
Opera  historica  Trithemii  ed.  Frelier.  Francof.  1601.  2.  \  oll.  fol.  Johann  von
Trittenheim  war  1462  geboren,  wurde  noch  sehr  jung  Abt  vom  Benedictiner-Kloster
  Sponheim  und  starb  1516  als  Abt  vom  Set.  Jakobskloster  in  Würzburg.  Er
war  Polyhistor.  Seinen  Catalogus  scriptorum  ecelesiasticorum  hatte  er  mit  einer
Widmung  an  den  Wormser  Bischof  Johann  von  Dalberg  schon  1494  in  Mainz  in
Druck  erscheinen  lassen.  Dazu  lieferte  er  im  folgenden  Jahre  Nachtrage:  Lib.  de
luminaribus  German,  sive  Catalog.  illust.  viror.  German.  Von  seinen  historischen
Werken  sind  zu  nennen:  Die  fränkische  Geschichte  (Chronic,  de  origine  etc.
Francor.  Mognnt.  1515)  und  die  bairisch-pfälzische  Chronik  (Chron.  success.  duc.
Bavar.  et  Comit.  Palat.  Rheni.  Francof.  1544);  ferner  sein  Chronicon  Hirsangiense.
und  die  Sponheimer  Chronik.  Seine  zahlreichen  ascetischen  Werke  und  seine  Dichtungen, ­
  die  er  bis  zum  J.  1494  verfasst  hatte,  gibt  er  selbst  in  seinem  Catalog.
script.  eccl.  an.
■*)  Goldast  hat  die  Opera  historica  Bilibaldi  Pirkheimer.  Frcf.  1610.  herausgegeben,
Vgl.  die  Encycl.  v.  Ersch  u.  Gruber,  Art.  Pirkheimer.  Erhard,  W.  Pirkheimer,  in
der  Eleutheria  1820.  Bd.  111  u.  in  der  Entwicklung  des  Aufblühens  w.  Bildung  etc.
Bd.  III.  S.  1  Dg.
^)  Seine  gedruckten  und  ungedruckten  Werke  nennt  Fabric.  bibl.  med.  et  infim.
lat.  VI.  p.  4:  Er  war  ein  Landsmann  des  Celtes  und  schon  frühzeitig  dessen
Freund.  Vgl.  Rlüpfel  vit.  Celt.  I.  64.  Not.  u.  II.  6.  Martin  Pollich  war  erster  Rector
der  im  J.  1502  errichteten  üniversität  Wittenberg.  Aschbach,  Roswitha  u.  C.
Celtes.  2  Ausg.  S.  44  u.  112.
•3)  Johann  Stabius  ,  aus  Steyer  iu  Österreich,  war  erst  in  Ingolstadt,  dann  in  Wien
Professor  der  Mathematik;  seit  1497  gehörte  er  auch  der  Sodalitas  Danubiana  an.
Kaiser  Maximilian  setzte  ihn  dem  Wiener  Collegium  poetarum  in  der  mathematischen
Abtheilung  vor;  er  war  der  erste,  welcher  von  dem  genannten  Collegium  zum
Dichter  gekrönt  wurde.  Später  erhob  ihn  Maximilian  zu  seinem  Secretär  und
ernannte  ihn  zum  Historiographen;  er  begleitete  den  Kaiser  seit  1503  fast  auf
allen  Reisen.  Er  starb  als  Domdecbant  der  Wiener  Set.  Stephanskirche  1.  Jan.  1522.
Er  hinterliess  mehrere  mathematische,  astronomische  und  historische  Werke.
Cuspinian  spricht  mit  grossem  Lob  von  ihm  und  er  wird  zu  den  ausgezeichnetsten
Gelehrten  seiner  Zeit  an  der  Hochschule  Wien  gezählt.
4)  Trithem.  script.  eccl.  n.  958  ed.  Fabric.  Rlüpfel  1.  c.  16.  not.  f.  Briefe  von  ihm
an  Celtes  finden  sich  im  Cod.  epist.  Celt.
            
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