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A s c h b a c h
Die Rheinreise und die Errichtung der Sodalitas literaria
Rhenana.
Das Jahr 1490 war noch nicht abgelaufen, als Celtes im
Anfänge des Winters die bairischen Gaue verliess und von der
oberen Donau aus zu Pferde, von einem Diener begleitet, das
schwäbische Land durchzog. Zunächst verweilte er in Tübingen,
wo in damaliger Zeit für den Humanismus Johann Reuchlin und Heinrich
Bebel wirkten. Dann bereiste er das rebenreiche mittlere Neckargebiet
und wandte sich zum Kocher nach Schwäbisch-Hall zu den
Salinen *).
Sodann verfolgte er seine weitere Wanderung in das untere
Neckarthal und in die Rheinpfalz, nach Heidelberg und endlich nach
Mainz, wo er seine zahlreichen humanistischen Freunde zu begrüssen
eilte 2 ).
Zunächst war Heidelberg s) sein Reiseziel. Dort wollte er mit
den alten Freunden und Gönnern seine weiteren Pläne besprechen, und
mit ihnen darüber in Ideenaustausch treten. Vornehmlich von Wichtigkeit
war es für ihn, den Wormser Bischof Johann von Dalberg,
Kanzler des Pfalzgrafen Philipp, und den kurfürstlichen Rath und
Rechtsprofessor Johann Wacker aus Sinsheim, der unter
*) Amor. lib. III. eleg. 1.
Ibam per medios servo comitante Suevos
Quos vario cultu silva Bacenis alit.
Qua Necari Cocerique vagas conspeximus undas,
Alter alit Bacchum, sed coquit ille salem.
2 ) Amor. lib. II. eleg. 1.
Ipse ego Danubii ripas tune forte reliqui
Et juga, quae celsis alpibus astra petunt.
Mens mihi Rhenanam fuerat descendere in urbem
Cui Cia cum Mogano nomina clara dabant.
3 ) Wenn Celtes in seinem Gedichte Mainz als sein eigentliches Reiseziel bezeichnet,.,
und von Heidelberg gar keine Erwähnung macht, so lässst sich das wohl erklären.
Er gibt in den libris Amorum nie eine vollständige Aufzählung der von ihm besuchten
Städte. Da er offenbar absichtlich den Hauptzweck der Reise, die Errichtung
der rheinischen gelehrten Gesellschaft, verschweigt, so musste es ihm auch angezeigt
erscheinen, den Ort, der als Mittelpunkt der Sodalität gelten sollte, nicht zu
nennen.