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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 60. Band, (Jahrgang 1868)

Die  früheren  Wanderjahre  des  Conrad,  Celtes.

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am  meisten  und  liebsten  in  Regensburg 1 )  und  Nürnberg,  in
welchen  beiden  Städten  er  nicht  wenige  Freunde  und  warme  Verehrer
batte.  Noch  im  Herbst  des  Jahres  1490 2 )  finden  wir  ihn  bei  seinem  gelehrten ­
  Freunde,  dem  Dichter  und  Mathematiker  Janus  Tolophuss),
Propst  von  Forchheim  und  Domherr  zu  Regensburg.  Ohne  sich  einige
Ruhe  und  Erholung  zu  gönnnen,  arbeitete  er  mit  Eifer  und  Ausdauer
an  der  Ausführung  seines  Lieblingsplanes,  alle  seine  Kräfte  für  die
Verbreitung  des  Humanismus  in  seinem  Vaterlande  zu  verwenden.
Das  Interesse  an  der  heimischen  Geschichte  sollte  durch  eine  Darlegung
seiner  Vergangenheit  und  Verknüpfung  derselben  mit  der  Gegenwart
mittelst  lebhafter  und  dichterischer  Schilderungen  im  höhern  Grade
als  es  bisher  geschehen,  geweckt  und  unterhalten  werden.  Durch
Vereinigung  der  bisher  getrennten  Kräfte  hoffte  Celtes  das  vor-*)

  Celt.  amor.  lib.  II.  eleg.  5:
Hinc  Campus  tumidis,  nigrisque  in  fluctibus  Usus
Exit  in  Austriacas,  Pataviasque  plagas,
Norica  rura  petit  Regus,  conversus  in  Austrum,
Qua  Ratisbonae  moenia  celsa  micant.
Hic  ego  ut  aestivae  dederam  mea  membra  quieti,
Diripuit  mentem  pulcra  puella  meam.
2 )  Es  ist.  eine  poetische  Licenz,  wenn  Celtes  in  der  5.  Elegie  des  lib.  II.  Amorum
seinen  Aufenthalt  in  Regensburg  in  den  Winter  bis  Anfang  Februar  1491  verlängert. ­
  Wenn  er  wirklich  dort  seinen  Geburtstag  im  Kreise  seiner  Freunde  gefeiert,
so  wäre  es  die  32.  Geburtstagsfeier  gewesen,  nicht  wie  in  lib.  Amor.  II.  eleg.  10
angegeben  ist,  die  30.  Wir  wissen,  dass  er  am  1.  Febr.  1491  in  Mainz  war,  1489,
als  er  30  Jahre  alt  geworden,  befand  er  sich  noch  in  Krakau.  Dem  Dichter  war
es  offenbar  nur  darum  zu  thun,  eine  poetische  Schilderung  der  Jahreszeiten  und
die  Beschreibung  eines  bairischen  Trinkgelages,  wie  es  bei  Geburtsfeiern  vorkam,
zu  liefern.  Amor.  lib.  II.  eleg.  10.
Hinc  ßaccho  compone  scyphos,  paternsque  capaces
Plenaque  stent  vario  stannea  vasa  mero.
Illud  cum  Coo  jubeas  spumare  Falernoque
Et  Tergestino  cantharus  iste  tluat.
Oppano  reliquas  repleas,  et  Draminino,
Vel  quod  Feldlini  terra  beata  creat.
Alter  Helveticum,  Rbenanum  eonferat  ille,
Hic  Cecium,  vel  quod  Francia  nostra  creat.
Es  sind  griechische,  italienische  und  deutsche  feine  Weinsorlen,  die  aufgezählt
werden.
*)  Celt  Odar.  lib.  II.  od.  13.  ad  Jan.  Tolophum.  Amor.  lib.  II.  eleg.  5.  Von  Trithem
script.  eccl.  nr.  938  wird  er  als  ein  maximus  doctorum  hominum  fautor  bezeichnet.
            
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