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Aschbach
sich bereits in der artistischen und medieinischen Fac.ultät eine
Opposition zu Gunsten der classischen Studien erhoben. Nach dem
Vorgänge der grossen Mathematiker Peuerbach und Regiomontanus,
welche schon ein Menschenalter früher die Erklärung römischer
Dichter an der Hochschule betrieben hatten, waren in der Zeit, als
Ccltes nach Wien kam, Bernhard Perger, Briccius Preprost
von Cilli u. A. thätig, nicht blos die Dichter Latiums, sondern auch
Cicero und andere römische Prosaiker zu erklären und als Muster vorzuführen,
Einige Mitglieder der medieinischen Facultät, namentlich
Johann Tichtel») und Bartholomäus Steher 3 ), wie auch
der Canonist Johann Purger 3 ) schlossen sich diesem Kreise an. An
diesen Männern, welche Celtes bald zu seinen Freunden gewann, und
an den kaiserlichen Rathen, den Gelehrten J o h a n n K r a c h e n b e r g e r
(Pierius Graccus) aus Passau 4 ) und Johann Fuxmagen aus Hall in
Tirol 5 ), hatte er für seine humanistischen Bestrebungen in der Donaustadt
eine kräftige Unterstützung: doch war die Zeit des Aufenthaltes
des gekrönten Dichters (im Sommer 1490) zu kurz, um viel wirken zu
können. Er versprach, seinen Besuch bald zu wiederholen und dann
weitere Gastvorträge über die römischen Classiker, über Rhetorik und
Poesie zu halten.
Als Celtes nach einer fast dreijährigen Abwesenheit über Wien
und Passau in die Heimalh zurückgekehrt war, verweilte er zunächst
*) In der schönen Ode an ihn (Odar. lih. II. od. 3) wird er ungenau Benedictus Tychtelius
genannt. Ein Brief von diesem Tychtel an Celtes d. d. Wien, 6. Febr. 141)3
kommt im Cod. epist. Celt. vor.
2 ) Von ihm ein Brief an Celtes d. d. Wien 6. Febr. 1493 im Cod. epist. Celt.; ein
anderer d. d. 23. April 1499 ebenda. Steher ist dort in Scipio latinisirt. In einem
Episodium an Celtes im J. 1497 nennt er sieb ßartol. Scipio, inedicinae doctor.
s ) Er war später Universitäts-Rector. Ein Brief von ihm an Celtes, Wien, 6. März 1497
im Cod. epist. Celt. Er gehörte später zu den Mitgliedern der Donaugesellschaft.
*) Amor. Iib. II. eleg. 13.
Pierius Graccus vitalem hic [Patavii] coeperat auram,
Carmina Pieriis digna legenda canens,
Major in Austriacas citus hic diverteris oras
Pannonii regis quae trucis arma tulit.
Vidimus hic pulsis per diruta tecta colonis
Arva sub informi moesta jacere situ.
In den Oden lib. II. n. 9 richtet Celtes ein Gedicht ad Graecum Pierium in mores
aulioos, welches noch vor dem Tode des Kaisers Friedrich III. verfasst ist.
5) Kiüpfel II. 38.