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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 60. Band, (Jahrgang 1868)

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Asch  hach

Hier  studirte  er  zwei  Jahre  hindurch  mit  grossem  Eifer  und
dem  besten  Erfolge  unter  der  Leitung  des  Magisters  Albertus
Brudzewus  (Albert  de  Brudzewo)*),  eines  der  ersten  Astronomen
seiner  Zeit,  die  Blathematik  und  Astronomie»).  Derselbe  war  ein
Schüler  der  Wiener  Astronomen  Peuerbach  und  Regiomontanus.  Des
erstem  berühmtes  Werk  „über  die  Planeten“  hatte  er  mit  einem
Commentar  versehen  s ):  aus  Brudzewo’s  Schule  ging  auch  der  Entdecker ­
  unseres  Planetensystems,  Copernicus,  hervor.  Celtes  schloss
sich  mit  inniger  Verehrung  an  seinen  greisen  Lehrer  und  liebte  ihn
mit  wahrhaft  kindlicher  Pietät.  Dass  er  aber  unter  dessen  Leitung
das  Magisterium  oder  die  philosophische  Doctorwiirde  in  Krakau
erworben  hat,  wie  behauptet  worden  ist 4 ),  muss  als  Irrthum  verworfen ­
  werden.

Ipse  peregrinas  cupiens  visere  terras,
Regna  malis  avibus  Celtis  eoa  peto.
Erhard  (Leb.  des  Celt.  S.  39)  verwirrt  das  Chronologische  gänzlich.  —  Wenn
Celtes  wirklich  im  Frühjahr  nach  Krakau  gekommen,  wie  aus  Odar.  lib.  I.  n.  3  zu
entnehmen  ist,  so  kann  es  nur  im  J.  1488  gewesen  sein.
*)  Celtes,  der  die  Namen  gewöhnlich  latinisirt  und  sie  dadurch  nicht  selten  entstellt,
nennt  ihn  Brutus  in  seinen  Oden:  lib.  I.  od.  17  ad  Albertum  ßrutum  Astronomum  ;
so  heisst  er  auch  in  der  von  der  Sod.  rlienan.  herausgegebenen  Vita  Celtis:
Crocoviae  astrorum  studio  vaeavit  praeceptore  Alberto  Bruto.  Trithemius  nenut
ihn  unrichtig  Albertus  de  Prusa,  Denis  Albertus  de  Prussia:  auch  die  Nainen
Brudlewus,  Prosevus  und  andere  Formen  sind  Entstellungen;  richtig  ist  Albertus
Brudzewus  oder  de  Brudzewo,  wofür  auch  de  ßrutzewo  geschrieben  wurde.  Er
wird  von  den  Polen  auch  Brudzewski  genannt.
a )  Derselhe  las  1487  an  der  Krakauer  Hochschule  Parva  logicalia  und  Arithmetica  nach
Wiszniewsky,  historya  literatury  Polskiej.  T.  V.  Krak.  1843,  wo  der  älteste  Index
lectionum  der  Krakauer  Universität  mitgetheilt  wird,  S.  375.  (Gefällige  Mittheilung ­
  des  Lemberger  Professors  II.  Zeissberg.)
8 )  Cormnentariolum  Theorie,  nov.  Gorii  Purbuchii  in  studio  generali  Cracoviensi  per
Magistrum  Albertum  de  Brudzewo.  Mediol.  149ö.  4°.  Die  philosophischen,  mathematischen ­
  und  astronomischen  Werke,  die  zum  Theil  nur  handschriftlich  Vorkommen, ­
  führt  Wiszniewski  a.  a.  0.  T.  IV  und  V.  an.  Vgl.  noch  A.  Locher,  Obraz
bibliograf.-histor.  literatury  i  nauk  w  Polsca  T.  I.  Wilno  1840.  S.  463  ist  ein
Brief  des  Callimachus  über  den  Mathematieus  Albertus  gedruckt.
4)  Klüpfel  a.  a.  0.  I.  97  behauptet  dieses;  er  stützt  sich  dabei  auf  einen  Brief  des
Brudzewo  an  Celtes  (vom  J.  1491),  worin  er  den  letztem  filium  suuin  primogenitum
  nenne  und  sich  selbst  Pater  tuus  unterschreibe.  Es  sei  nämlich  auf  den  Universitäten ­
  damals  Sitte  gewesen,  dass  der  Promotor  im  Verhältnis  zum  Promotus
sich  Pater  und  diesen  filius  genannt  habe.  Mit  dieser  Erklärung  wäre  aber  das
            
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