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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 60. Band, (Jahrgang 1868)

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Asch  hach

Aufenthalt  in  Polen  und  Anregung  zur  Errichtung  der  Sodalitas
litteraria  Vistulana.
Da  Celtes  manche  Lücken  in  seinem  philosophischen  Wissen
nicht  übersah  ,  welche  er  bei  seinen  bisherigen  vorwiegenden
dichterischen  Beschäftigungen  und  classischen  Sprachstudien,  wie
auch  hei  seinem  steten  Wanderleben  nicht  hatte  ausfüllen  können,
so  widmete  er  sich  nach  der  Dichterkrönung  mit  allem  Ernste  und
vollem  Eifer  einem  geordneteren  Betreiben  der  in  den  Kreis  der
philosophischen  Disciplinen  fallenden  Fächer:  es  waren  Mathematik,
Physik  und  Astronomie  von  ihm  eingehender  und  gründlicher  zu
studiren.  Weil  er  diesen  Disciplinen  bis  dahin  sich  weniger  gewidmet
hatte,  war  er  auch  nicht  im  Stande  gewesen  den  Grad  eines  Magister
artium  an  einer  Universität  nach  der  herkömmlichen  Weise  zu
erlangen.  Dass  ihn  der  Kaiser  mit  dem  Doctorhute  beschenkt  hatte,
konnte  ihm  keinen  vollständigen  Ersatz  bieten,  so  lange  ihm  das  für
die  Magisterwürde  erforderliche  Gesammtwissen  mangelte.  Auch  gab
eine  kaiserliche  Creirung  zum  Doetor,  welche  damals  öfter  bei
Italienern  vorkam,  in  Deutschland  unter  den  Universitätslehrern  kein
rechtes  Ansehen,  wenn  der  Träger  der  Würde  nicht  sonst  öffentliche
Beweise  seiner  vollkommenen  allseitigen  wissenschaftlichen  Bildung,
in  dem  Grade,  wie  sie  damals  verlangt  wurde,  an  den  Tag  legte.  Der
Entschluss,  welchen  Celtes  schon  während  seiner  italienischen  Reise
gefasst  hatte,  wurde  bald  nach  der  in  Nürnberg  empfangenen  kaiserlichen ­
  Auszeichnung  ausgeführt.  Um  sich  ganz  dem  Studium  der
mathematischen  und  astronomischen  Wissenschaften  zu  widmen,  besuchte ­
  er  die  polnische  Universitäts-Stadt  Krakau,  wo  damals  unter
ausgezeichneten  Lehrern  gerade  diese  Disciplinen  vorzüglich  gepflegt
wurden  i).  Indem  sich  Celtes  auf  einige  Jahre  aus  der  Heimath
entfernte,  entzog  er  sich  dem  Verkehr  mit  seinen  Landsleuten  und

cae,  quod  ab  invictiss.  principe,  Rom.  Imperatore  Dom.  Maximiliano,  semper  Augusto,
  propriis  impensis  impetravi;  similiter  et  lauream  argenteam  cum  sigillo
argenteo  eidem  Universitati  relinquo.
1)  Hartmann  Schedel  chronic.  Norimb.  spricht  von  der  Blüthe  der  Krakauer  Universität ­
  in  der  Zeit  des  Celtes:  ubi  plurimae  ingenuae  artes  recitantur.  Studium
eloquentiae,  poetiees,  philosophiae  ac  physices,  astronomiae  tarnen  maxime  viret.
—  lllic  jam  maxime  Phoebus  colitur
            
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