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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 5. Band, (Jahrgang 1850)

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nämlich  zu  dieser  Zeit  die  Gegend  von  hier  his  Korietein,  dem
äussersten  Posten  gegen  die  Wüste,  durch  die  beständigen  Kriegszüge ­
  (Ghasu  jjff  genannt,  ganz  dasselbe  wie  das  in  Algerien  bekannte ­
  Wort  iijli  razzia)  der  verschiedenen  Stämme  der  A’nese-Beduinen
  höchst  unsicher.  Diese  Gränzlandschaften  sind  in  stetem ­
  Kriegszustände.  Das  offene  Land  ist  im  unbestrittenen  Besitze
der  Beduinen,  die  weder  Sultan  noch  Pascha  erkennen,  nur  die
Dörfer  sind  unter  türkischer  Herrschaft,  doch  schon  Korietein
muss  ausser  den  Steuern,  die  es  dem  Sultan  zahlt,  auch  noch  einen ­
  Tribut,  der  Chuwwe  d.  i.  Brudergeld,  genannt  wird,
an  die  arabischen  Stammeshäuptlinge  zahlen,  überdiess  muss  es
sich  beständige  Erpressungen  gefallen  lassen,  denn  die  Beduinen ­
  rauben  beständig  das  Vieh  der  Dorfbewohner,  und  voriges ­
  Jahr  ward  dieses  Dorf  durch  vierzig  Tage  von  mehreren
tausend  Beduinen  des  A’nese-  Stammes  belagert,  weil  es  sich
geweigert  hatte,  eine  bestimmte  Anzahl  Stücke  Vieh  zu  liefern.
Korietein  ist  beiläufi«;  fünfzehn  Stunden  von  Dscheirüd  entfernt
in  nordöstlicher  Richtung.  Das  Thal  von  Dscheirüd  führt  allmälig
  zu  einer  Hochebene  hinan,  die  als  der  eigentliche  Anfang ­
  der  Wüste  zu  betrachten  ist.  Dieses  hügelige  Land  wird
von  den  östlich  hinziehendeu  Verzweigungen  des  Gebirges  Dschebel-er-Ruak
  durchschnitten.  Korietein,  d.  i.  die  zwei  Städtchen,
ist  ein  alter  Ort  und  wird  jetzt  von  beiläufig  zwölfhundert
Seelen  bewohnt.  Die  Einwohner  stellen  400  mit  Flinten  bewaffnete ­
  Männer,  die  Hälfte  der  Bevölkerung  besteht  aus  syrianischen
  Christen,  die  zwei  daselbst  wohnende  Priester,  Chüri
d.  i.  Pfarrer,  genannt,  haben.  Der  Scheich  -  el  -  Beled,  d.  i.  Dorfschulze, ­
  ist  Moslim.  Die  Christen  leben  mit  den  Mohammedanern
in  grösster  Eintracht  und  tragen,  so  w r ie  diese,  die  Beduinentrafcht,
so  dass  sich  Christen  und  Mohammedaner  hier  durch  kein  äusserliches
  Merkmal  unterscheiden.  Die  Bewohner  dieses  Dorfes,
Christen  sow'ohl  als  Mohammedaner,  gehören  demKarä’uni-Stainme
an.  Es  ist  diess  ein  Gattungsname,  der  einer  gewissen  Classe
der  bäurischen  Bevölkerung  Syriens  ertheilt  wird  ,  welche  vielleicht ­
  von  der  alten  syrischen  Urbevölkerung  abstammt.  Viele
dieser  Kara’unis  -  Bauern  sprechen  neben  dem  Arabischen  auch
noch  Syrisch.  Ihr  Dialeet  des  Arabischen  ist  ein  ganz  eigen-
            
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