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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 5. Band, (Jahrgang 1850)

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dienen,  besonders  wächst  eine  Blume,  die  van  den  Arabern  Xeitün
  genannt  wird,  sehr  häufig  daselbst.  Diese  Blume
ist  hellgelb  und  gleicht  im  Bau  der  Hyacinthe,  doch  hat  sie  keine
Blätter  sondern  die  Bliithe  wächst  unmittelbar  aus  der  Erde  hervor, ­
  die  Beduinen  sampeln  diese  Blume  und  verwenden ­
  sie  gedörrt  als  Brennstoff.  Der  Boden  der  Wüste  wäre  vollkommen ­
  zum  Ackerbau  geeignet  und  selbst  Wasser  Hesse  sich
finden,  wenn  man  Brunnen  graben  wollte  ;  .allein  es  fehlt  die  Bevölkerung, ­
  um  diese  Gegenden  zu  cultiviren  und  der  Beduine  zieht
es  vor,  mit  seinen  Heerden  von  Trift  zu  Trift,  von  Quelle  zu
Quelle  zu  ziehen,  statt  sich  in  einemDorfe  anzusiedeln  und  von  übermüthigen
  Osmanli’s  sich  drückende  Gesetze  vorschreiben  zu  lassen. ­
  Zur  Zeit  als  ich  dieses  Thal  durchzog,  befand  sich  drei
Stunden  ober  Atana  das  Lager  eines  arabischen  Stammes,  schwarze
Zelten  waren  ohne  Ordnung  neben  einander  aufgespannt,  und  das
Thal  zwischen  beiden  Bergen  war  mit  Heerden  von  Ziegen,  Schafen, ­
  freiweidenden  Kamehlen  und  Pferden  bedeckt.  Dieser  Beduinenstanim
  war  noch  keiner  der  grossen,  unvermischten  Stämme,
deren  Namen  schon  seit  Mohammed’s  Zeiten  und  früher  berühmt,
sondern  derselbe  hatte  sich  ans  verschiedenen  Stämmen  und  den
Bauern  der  benachbarten  Döi’fer  gebildet.  Dessenungeachtet  war
ihre  Sprache  schon  ein  viel  reineres  Arabisch  als  das  der  Städter;
auch  ihre  Gastfreundschaft  ist  eine  echt  arabische,  alles  das  Wenige ­
  was  sie  haben  wird  dem  Gaste  vorgesetzt,  sauere  mit  Wasser
verdünnte  Milch,  Schenine  (iäli)  genannt,  Butter,  Dibs  und  Käse.
Obwohl  ihr  einziger  Reichthum  in  Schafen  besteht,  so  halten  sie
es  für  ihre  Pflicht,  dem  Ankömmlinge  ein  Schaf  zu  schlachten,  und
würden  beleidigt  sein,  wenn  man  es  ausschlüge.  Nie  wird  der
Fremdling  mit  neugierigen  Fragen  belästiget,  der  Herr  des  Hauses ­
  beeilt  sich  allen  Wünschen  des  Gastes  zu  genügen.  Auf  jedes
Verlangen  ist  senie  Antwort  nur  Hal)et-el-Bereke  ,
d.  i.es  kehrte  der  Segen  ein  (in  meinem  Hause  durch  deine  Ankunft).
Seinen  Gast  vertheidigt,  beschützt  er,  und  wiederfährt  ihm  ein
Unrecht  so  rächt  er  ihn.  Daher  auch  der  Beduine,  dessen  Gast
ich  war,  mir  beim  Abschiede  sagte:  Und  sollten  dir  Uebelgesinnte
  begegnen,  so  sage:  Ich  war  Gast  bei  Dawüd.  Es  war
            
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