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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 5. Band, (Jahrgang 1850)

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alte  arabische  Gastfreundschaft.  Der  Scheich  des  Dorfes  hat  ein
eigenes  Haus  erbaut,  das  nur  dazu  bestimmt  ist,  durchreisenden
Fremdlingen  Obdach  zu  gewähren,  jeden  Morgen  wird  ein  Frühstück ­
  gehalten,  das  aus  Dibs,  d.  i.  eingesottenem  Rosinensaft  und
Leben  oder  saurer  Milch  besteht.  Abends  nach  Sonnen.
Untergang  wird  ein  Mahl  aufgetischt,  das  aus  Leben  mit  darin  gesottenem ­
  Fleisch,  gedämpftem  Reis,  Pilau  genannt,  und  Burghul,
d.  i.  mit  Butter  und  Fleisch  gekochter  Gerste  und  anderen  Körnern
besteht.  An  diesem  Mahle  nehmen  alle  Fremdlinge  Theil,  und
nebstdem  immer  noch  eine  grosse  Anzahl  armer  Dorfbewohner,
so  dass  selten  weniger  als  15  bis  20  Personen  bei  Tische  sitzen.
Die  Kosten  bestreitet  der  Aghä  aus  seinem  Beutel  ohne  die  geringste ­
  Vergütung  von  Jemanden  anzunehmen.  Einem  durchreisenden ­
  Consul,  der  nach  kurzem  Aufenthalt  als  Erwiederung  der
Gastfreundschaft  dem  Aghä  500  Piaster,  hei  50  Fl.  C.  M,  in  unserem ­
  Gelde,  überreichen  wollte,  erwiederte  derselbe,  wenn  es
auch  50,000  wären,  er  würde  nie  das  Geringste  annehmen.  Südöstlich ­
  von  Dscheirüd,  am  Fusse  des  auf  der  südlichen  Seite  des
Thaies  hinziehenden  Gebirges,  ist  ein  Salzsee,  der  sich  über  einen
Raum  von  nahe  1  Meile  in  der  Länge  und  V*  Meile  in  der  Breite
ausdehnt.  Im  Sommer  trocknet  das  Wasser,  das  sich  im  Winter
und  Frühlinge  daselbst  ansammelte,  aus  und  es  bleibt  das  Salz  in
Krusten  zurück.  Dieser  Salzsee  heisst  bei  den  Arabern  Memlaha
oder  Melläha  d.  i.  die  Salzgrube.  Sie  behaupten,
es  habe  daselbst  ein  Stamm  vom  Volke  Loth’s  gewohnt,  und
ihre  Stadt,  die  daselbst  stand,  sei  durch  den  Zorn  Gottes  vertilgt ­
  worden,  wesshalb  sie  den  Ort  Medäin-el-Maklübat,  d.  i.  die
umgestürzten  Städte,  nennen,  zu  welchem  Namen  offenbar  der
Umstand  Anlass  gab,  dass  die  weissen  Salzgebilde  in  der  Ferne
wie  die  Ruinen  einer  zerstörten  Stadt  ausselien.  Eine  halbe
Stunde  ober  Dscheirüd  ist  das  ganz  ähnliche  Dorf  Atana  (dälal),
wo  sich  eine  Quelle  guten  Wassers  befindet,  welche  bis  zu  dem
vierzehn  Stunden  entfernten  Dorfe  Kurietein  ji)  die
letzte  ist.  Oberhalb  Atana  hört  das  Land  auf  bebaut  zu  sein  und
es  beginnt  das  Gebiet  der  Wüste:  dieses  ist  im  Frühling  überall
mit  niederen  Kräutern  bewachsen,  die  dem  Kamehle  als  Nahrung
            
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