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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 5. Band, (Jahrgang 1850)

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Von  diesem  Dorfe  aus  läuft  die  Strasse  Derb-es-Sultäei  wieder
bis  zu  dem  drei  Stunden  entfernt  liegenden  Dfcheirüd  Am
Fusse  der  auf  der  nördlichen  Seite  des  Thaies  hinziehenden  Berge
läuft  eine  Wasserleitung  Kahrif  oder,  wie  die  Beduinen  diess
Wort  aussprechen,  Asahrif.  Es  besteht  eine  solche  Wasserleitung
aus  aneinander  sich  reihenden  tiefen  Gruben,  die  von  einander  10  bis
20  Fuss  abstehen  ;  diese  Gruben  beginnen  am  Fusse  des  Gebirges
und  es  sammelt  sich  in  der  nächsten  Grube  das  Wasser  an,
von  dieser  dringt  es  in  die  zweite  ein  und  so  fort.  Auf  diese  Art
wird  das  Wasser  in  beträchtliche  Entfernungen  geleitet.  Ueber
dasselbe  Gebirge  führt  nicht  weit  oberhalb  Dfcheirüd  eine  Strasse  nach
Malula,  das  auf  der  anderen  Seite  dieses  Gebirges  liegt.  Diese
Strasse  ist  aber,  da  sie  über  ein  bloss  aus  Felsen  bestehendes
Gebirge  führt,  nur  für  Maulthiere  und  Pferde,  nicht  für  Kamehle
gangbar.
Vier  Stunden  von  Mu’assemije  gegen  Osten  ist  das  schöne
Dorf  Dfcheirüd.  Dieses  Dorf  mag  über  2000  Einwohner  haben  ;  die
Häuser  sind  schön  gebaut,  um  das  Dorf  herum  dehnen  sich  Gärten
aus  so  wie  Pflanzungen  von  Weinreben.  Dieses  Dorf  ist  ganz  neuerlich ­
  entstanden.  Der  Gründer  desselben  ist  der  jetzige  Vorsteher ­
  des  ganzen  Districtes  Färis  Aghä-el-Dfcheirüdi.  Derselbe
gründete  zuerst  dieses  Dorf,  und  wusste  mit  Umsicht  und  Entschlossenheit ­
  das  umliegende  Gebiet  vor  den  Einfällen  und  Raubzügen
der  Wüstenaraber  zu  schützen,  wodurch  er  dieses  Dorf  in  grossen
Flor  brachte.  Dieses  ganze  Thal,  das  ehemals  ganz  unsicher  war,
ist  jetzt  durch  seine  Energie  völlig  sicher;  er  steht  als  Befehlshaber ­
  an  der  Spitze  eines  Haufens  irregulärer  Reiter  von  dreihun-.
  dert  Mann;  er  hat  ebenfalls  von  der  Regierung  den  Mir!  gepachtet.
Die  Häuser  dieses  Dorfes  oder  vielmehr  Städtchens  sind  alle  aus
festen  Lehmziegeln  gebaut,  die,  da  der  Boden  sehr  viel  Gyps  enthält,
sehr  dauerhaft  sind.  In  Dfcheirüd  sind  drei  Moscheen  mit  Minareten,
  die  Bewohner  treiben  Ackerbau  und  besitzen  zahlreiche
Heerden  von  Kühen,  Schafen,  Ziegen  und  Kamchlen.  Das
Haus  des  Färis  Aghä  el-Dfcheirüdi  ist  ganz  aus  Stein  gebaut
mit  einem  ersten  Stockwerke.  Hier,  wo  schon  die  Tracht  der
Bauern  ganz  der  Art  wie  sich  die  Beduinen  kleiden,  ähnlich  ist,
herrschen  auch  schon  die  Beduinensitten  vor,  besonders  aber  die
            
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