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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 5. Band, (Jahrgang 1850)

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nördlich  in  der  Entfernung  von  vielleicht  zwei  Stunden  das  Dorf
Hille  (aIo.)  liegen,  die  Strasse  aber  läuft  nordöstlich  fort  und  führt
zu  dem  ein  und  eine  halbe  Stunde  fernen  Dorfe  Kuteifa,  nicht
weit  von  diesem  südlich  knapp  am  Gebirge,  das  Berghaus  Utala
Safire  nennt,  liegt  das  Dorf  Ruhaibe  (L^).  Kuteifa  bietet  mit
seinen  schönen  Gärten,  deren  frisches  Grün  gegen  die  nackten
Felder  -der  Umgegend  und  die  röthlich  braunen  Felsmassen  der
Gebirge  sehr  schön  absticht,  den  Anblick  einer  Oase  in  der
Wüste  dar.  Dieses  Dorf  mag  bei  1500  Einwohner  haben.  Bemerkenswerth ­
  ist  der  schöne  von  Sinänpäfchä  im  Jahre  1000  dev
Ilidfchret  erbaute  Chan.  Dieser  Chan  ist  ganz  aus  Quadersteinen
erbaut;  ein  gewölbter  Thorweg,  worin  zu  beiden  Seiten  Kaufbuden ­
  sind,  führt  in  einen  weiten  Hof.  Rechts  vom  Thorwege
ist  eine  schöne  Moschee  mit  Minaret,  aus  diesem  ersten  Hofe
gelangt  man  in  einen  inneren  Hof,  der  sechzig  Schritte  lang,
und  siebzig  breit  ist.  In  der  Mitte  des  Hofraumes  ist  ein
Wasserbecken  aus  Stein  mit  stets  fliessendem  Wasser.  Um  diesen
Hofraum  läuft  ein  von  steinernen  Pfeilern  getragener  gewölbter
Gang,  hinter  welchem  sich  die  Magazine  und  Ställe  befinden;
dieser  Chan  ist  jetzt  bei  der  erstorbenen  Handelsthätigkeit  nur
sehr  selten  von  Karawanen  besucht.  Auf  der  grossen  Handelsstrasse ­
  von  Damaskus  nach  Ilaleb  befinden  sich  von  Stunde  zu
Stunde  solche  Chane,  die  jedoch  jetzt  meistens'  in  Verfall  gerathen
  sind.  Die  bei  dem  Chan  befindliche  Moschee  ist  ebenso  wie
der  Chan  selbst  ein  Bau  des  Sinanpascha,  das  Einkommen  des
ganzen  Dorfes  so  wie  des  Chans  ward  von  demselben  seiner
Moschee  Sinänije  in  Damaskus  als  Wakf,  d.  i.  fromme  Stiftung,
vermacht.  Die  bei  diesem  Dorfe  befindlichen  Gärten  erstrecken
sich  eine  halbe  Stunde  weit  um  dasselbe,  es  gedeihen  daselbst
Weinreben,  Aepfel,  Birnen,  Aprikosen,  Feigen  und  Nussbäume.
Das  Dorf  hat  einen  Dorfschulzen  Scheich-el-Beled,  der  aber  unter
dem  Aghä  von  Dfcheirüd  steht,  welcher  letztere  diesem  ganzen
Districte  vorgesetzt  ist.  Eine  halbe  Stunde  ober  diesem  Dorfe  ist
das  ganz  ähnliche  Dorf  Mu’assemije,  gleichfalls  mit  einem  schönen
Minaret,  breiten  Strassen  und  netten  Häusern;  überhaupt  haben
alle  die  Dörfer  um  Damaskus  herum  ein  viel  wohlhäbigeres  Aussehen ­
  als  die  im  Norden  von  Syrien,  besonders  um  Haleb  gelegenen
            
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