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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 5. Band, (Jahrgang 1850)

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der  Klöster  sind  viel,  doch  haben  wir  hier  hlos  die  berühmtesten ­
  angegeben.
Ueber  die  Feier  des  Nanruf-Festes.
Das  Fest  des  Naurüf  ist  das  erste  Fest  des  koptischen
Jahres,  es  hatte  am  ersten  Tage  des  Monates  Tut  statt;  es  ist
Sitte,  an  diesem  Tage  Freudenfeuer  anzuzünden  und  Wasser  auszugiessen. ­
  Dieses  war  eines  der  vorzüglichsten  Feste  in  Aegypten; ­
  der  erste  der  dieses  Fest  eingesetzt  haben  soll,  war  der
König  Dfhemschid,  einer  der  persischen  Könige;  er  eroberte  die
sieben  Erdgürtel,  und  als  er  seine  Feinde  besiegt  und  die  sieben
Zonen  unterjocht  hatte,  setzte  er  an  diesem  Tage  ein  Fest  ein
und  nannte  es  Naurüf  oder  den  neuen  Tag.  In  einigen  Geschichtswerken ­
  wird  geschrieben,  dass  Soleimän  Ben  Dawüd  der  erste
gewesen  sei,  der  dieses  Fest  einsetzte,  und  zwar  desshalb,  weil
er  an  diesem  Tage  seinen  Siegelring  wieder  gefunden  habe.
Ibn  Ridfwän  sagt:  Da  der  Nil  die  Hauptursache  der  Fruchtbarkeit ­
  Aegyptens  ist,  so  hielten  einige  Könige  von  Aegypten  es
für  passend  ,  den  Anfang  des  Jahres  in  den  Herbst  zu  verlegen,
wann  der  Nil  am  höchsten  sei;  den  ersten  Monat  nannte  er  Tut,
der  in  die  herbstliche  Tag-  und  Nachtgleiche  fällt.
Ibn  Süläk  jjI)  sagt:  Im  Jahre  363  verbot  der  Chalife
Muif  Lidini  ’llah,  der  Fatimite,  das  Anziinden  von  Freudenfeuern
in  den  Gassen  und  Strassen  in  der  Nacht  des  Naurüf,  sowie  das
Ausgiessen  von  Wasser  an  diesem  Tage  unter  Androhung  der
Strafe  des  Erhenkens.
El-Mämün-el-Bataihi  (UaJ  I  öj-oUl)  sagt  in  seiner  Geschichte,
das  Naurüffest  war  eines  der  grössten  Feste  in  Aegypten.  Am
Tage  des  Naurüf  brachte  man  den  koptischen  Grossen  in  Aegypten
verschiedene  Arten  der  Zuckermelone  ^> J |),  des  Granatapfels, ­
  Bananenbüschel  verschiedene  Arten  getrock-9

neter  Datteln 1 )  (^Jl  Kästchen  voll  Datteln  aus  Küss

o  2
1)  heissen  die  Datteln,  wenn  sie  anfangen  gelb  zu  werden,  bevor
sie  noch  in  den  Stand  voller  Reife  gelangt  sind,  wo  sie  Darik’s
lieissen.
            
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