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sehen Bischof und Capitel, die Berichte des Petrus Esklenz,
Secretärs des Nicolaus von Cusa, und die verschiedenen Briefe
des Magisters Simon vonYVelen, Neffen und Rentmeisters des
Cardinais, die er sowohl an das Capitel als auch an andere Personen,
namentlich in Geldangelegenheiten schrieb. Alle diese Urkunden
gewähren einen tiefen Einblick in den Charakter des Cardinais,
und ganz vorzüglich in seine Ansichten über das Stiftsvermögen.
Weithinaus die reichhaltigste Quelle bleibt aber die dritte
Sammlung: „Handlung zwischen Cardinal Niclausen von Gusa,
Bischof zu Brixen und Herzog Sigmund zu Oesterreich.” Der 528
Blätter starke Folioband enthält in gleichzeitigen Abschriften eine
Menge der wichtigsten Urkunden, die zwar ohne strenge chronologische
Ordnung, doch durch die Angabe sehr vieler historischer
Daten zu einer Art von zusammenhängender Geschichte verbunden
sind. Die später folgenden Regesten weisen den Reichthum dieser
Quelle nach. Ihre Unparteilichkeit geht daraus hervor, dass sie
die beiderseitigen Ansprüche und Ansichten neben einander stellt,
und die Thatsachen einfach mit Angabe des Ortes und der Zeit
ohne Vorliebe und Abneigung anführt. In ihr finden wir das hellste
Licht über die wichtigsten Momente der Cusanischen Wirksamkeit
in Tirol; ich deute nur einige an, als: über die Lebensgefahr
des Cardinais in Wüten mit allen ihren Folgen, über die Grundsätze,
welche Cusanus zur Begründung der fürstlichen Rechte
des Bischofs von Brixen aufstellte, Herzog Sigmund aber bekämpfte
; über die Ausgangspuncte des ganzen Streites, die eben
in den Forderungen des Cardinais ihre Quelle hatten, z. B. in der
plötzlichen Zurückforderung aller Schlösser des Inn- und Norithales,
als Eigenthum des Bisthums Brixen, wodurch der gesammto
Adel Tirols in Harnisch gejagt wurde, über die Stellung des Clerus
der Brixner Diöcese zum Cardinal und zum Herzoge, über die
Verhandlungen auf dem Fürstentage zu Mantua; über die Geschichte
des Ueberfalls zu Bruneck, über alle Folgen dieses Ereignisses,
über den daraus entstandenen Principienkampf, über den
Antheil des Erzbischofes von Salzburg am Streite über die Verhandlungen
auf mehreren Reichstagen, über die Vermittelungs-Versuche,
welche die Republik Venedig übernahm, und endlich
über den Ausgang des Streites, der vorzüglich durch den Tod des
Sitzb. d. philos. hist. CI. Jahrg. 1850. II. Bd. V. Heft. 51