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Pocale zugetrunken, und ihm denselben dann zum Geschenke gemacht
; — wenn es wirklich so war, allerdings etwas Hartes, zumal
von einem Bischöfe, aber nicht ohne Entschuldigung durch das Gebieterische
der Umstände, welche Anerkennung einer dem Cardinal
ganz ergebenen Gesinnung verlangten. Gewalt rief Gewalt hervor.”
Ich bedaure, dass Herr Scharpff aus Mangel an tirolischen
Quellen eine solche Ansicht von dem Vorfälle bekommen musste,
noch mehr aber, dass er sich zu einer solchen Entschuldigung
herbeiliess; denn hätte er zuverlässigere Quellen vor sich gehabt,
er hätte finden müssen, dass die Sanftmuth des Cardinais in Tirol
Niemand gewann, dass im Gegentheile der gesammte Clerus der
Diöcese gegen seine Härte protestirte, dass das Volk, welches
unschuldig unter den Folgen des Interdictes litt, nahe daran war,
über den gesammten geistlichen Stand herzufallen, nicht aus Liebe
zum Cardinal, sondern weil es geschlagen wurde für Fehler, die
es nicht begangen; — Herr Schar pff würde gefunden haben, dass
nicht „die Lehenbauern des Klosters Sonnenburg, von den rachsüchtigen
Nonnen aufgereitzt, mit Waffen und Wehr sich ungestüm
um das Klostergebäude schaarten, und der Cardinal Ge-„walt
mit Gewillt vertreiben musste,” sondern dass sein Hauptmanu
Gabriel Prack, die unbewaffnet mit den schuldigen Zinsen
dem Kloster zuziehenden Enneberger Bauern überfiel, und schonungslos
niedermetzelte, ein achtes Seitenstück zur Versenkung
des Kölner Bischofs! — Herr Schar pff würde endlich nicht
genöthigt gewesen sein, eine That in Schutz zu nehmen, welche
noch im Munde des Volkes als Greuelthat fortlebt.
Wären ferner die im Städtchen Cues hinterlegten Actenstücke
nicht ausschliesslich im Sinne des Cardiuals gesammelt worden,
so hätte Herr Scharpff, S. 314, den Cusanischen Brief an den
Papst vom 23. April 1460 wohl nicht als einen Beweis ansehen
können, „wie wenig grobe Misshandlungen Erbitterung in dem
„zwar reizbaren aber auch versöhnlichen Herzen des Bischofs zu-„rückgelassen
hatten,” er hätte sonst auch die Handlungen und
Briefe des Cardinais vom 27. April, wo er seiner Haft entlassen
wurde, bis zum 26. Mai in derselben Sammlung verzeichnet
finden müssen, worin er im Widerspruche mit seinem oben erwähnten
Schreiben seiner bittern Stimmung gegen Clerus und Volk
freien Lauf liess.