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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 5. Band, (Jahrgang 1850)

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worden  sein  soll,  fand  Herr  Sciiarpff  in  dem  zu  Cues  aufbewahrten
  Manuscripte  A,  und  erblickt  schon  in  den  vielen  angeführten ­
  Einzelnheiten,  welche  genau  mit  dem  Charakter  des  Cardinais ­
  und  Herzogs  ühercinstimmcn.  so  wie  am  Mangel  an  innerem
und  äusserem  Widerspruche  die  Treue  der  Erzählung;
S.255.  Ich  wiederhole,  dass,  wenn  die  von  Cusanus  oder  von  wem
immer  angelegte  Urkunden  -  Sammlung  zu  Cues  eine  unparteiische
Quelle  wäre,  in  derselben  auch  der  äussere  Widerspruch
enthalten  sein  müsste,  welchen  der  Herzog  Sigmund  gegen  eine
solche  seine  Ehre  hochverlelzende  Beschuldigung  sogleich  und
später  auf  dem  Fürstenlage  zu  Mantua  erhob,  und  wofür  er  Einmal
hunderttausend  Ducaten  Injurien-Entschädigung  forderte.  Wäre
die  Sammlung  eine  unparteiische,  sie  müsste  auch  die  verlegene
Antwort  des  Cardinais  enthalten,  als  dieser  auf  den  vor  den  versammelten ­
  Fürsten  und  dem  Papste  seihst  vorgewiesenen  Brief,
worin  er  den  Herzog  des  Mordanschlages  beschuldigte,  erwiederte:
..  Verum  esse,  exlnbitam  literam  esse  de  manu  sua,  sed  in  ea
Dom.  Ducem  (sej  non  nominasse".
Seite  252  versichert  Herr  Scharpff,  er  habe  nirgends  gefunden, ­
  dass  das  Volk  in  Tirol  die  Partei  des  schlechten  Klosters ­
  (Sonnenburg)  ergrift’en  habe,  oder  überhaupt  mit  der  durchgreifenden ­
  Strenge  seines  Bischofs  unzufrieden  war:  vielmehr
dürfen  wir,  wenn  wir  gleich  keine  sp  e  c  i  el  1  e  n  B  e  we  i  s  e
haben,  mit  Sicherheit  annehmen  (so  schreibt  man  doch
nicht  Geschichte!),  dass  der  sonst  sanfte  Mann  (der  den  abgesetzten ­
  Bischof  von  Köln  in  den  Rhein  versenken  liess,  eine  Sanftmutli,
  die  doch  auch  Herr  Scharpff  nicht  anerkennen  konnte!
S.  211)  wie  in  Deutschland  und  Holland,  so  noch  weit  mehr  in
seinem  Bisthume  den  gesunden  und  wohlgesinnten  Theil  desVoIkes
für  sich  werde  gewonnen  haben.  Es  könne  daher  nur  als  vereinzelter ­
  trauriger  Beweis  von  Bosheit  und  Brutalität  erscheinen,
wenn  erzählt  wird,  dass  einmal  ein  Haufen  Bauern,  Lehenhauern
des  Klosters  Sonnenburg,  durch  die  rachsüchtigen  Nonnen  aufgereitzt,
  mit  Waffen  und  Wehr  sich  ungestüm  um  das  Klostergebäude ­
  schaarten,  bis  von  den  Bewaffneten  des  Cardinais  mehrere,
nach  einigen  Angaben  sogar  50  getödtet,  die  übrigen  verjagt
wurden.  Nach  der  That  habe  der  Cardinal  seinem  Hauptmanne,
Gabriel  Prack,  der  die  Leute  erschlagen  liess,  aus  einem  silbernen
            
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