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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 5. Band, (Jahrgang 1850)

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aus  über  den  „Zusammenhang  der  Philosophie  des  Giordano  Bruno
mit  den  Lehren  des  Cardinais  Nicolaus  von  Cusa,  als  einen  Beitrag ­
  zur  Geschichte  der  Philosophie.”  Endlich  im  Jahr  1847  liess
Dr.  Johann  Martin  Düx,  Regens  des  bischöflichen  Clerical-Semminars
  zu  Würzburg,  den  ersten  Band  eines  gediegenen  Werkes
erscheinen,  welches  den  Titel  führt:  „Der  deutsche  Cardinal  Nicolaus ­
  von  Cusa  und  die  Kirche  seiner  Zeit.  Zugleich  eine  Würdigung ­
  der  grossen  Concilien  des  15.  Jahrhunderts.  Regensburg
1847.”  Auch  Düx  liess  seither  keinen  zweiten  Theil  seinem  ersten
nachfolgen  *).
Was  an  allen  diesen  Schriften,  in  soferne  sie  das  bischöfliche ­
  Wirken  des  Cardinais  zum  Gegenstände  ihrer  Darstellungen
gemacht  haben,  als  Mangel  bezeichnet  werden  muss,  ist  die  sparsame ­
  Benützung  tirolischer  Quellen;  und  doch  hätten  diese  vor
allem  aufgesucht  und  berücksichtigt  werden  sollen,  da  die  ganze
bischöfliche  Wirksamkeit  des  Cusanus  in  Tirol,  in  dem  Bisthume
Brixen,  Statt  fand.  Dr.  Scharpff  kam  zwar  im  Herbste  des  Jahres
1842  nach  Brixen,  fand  aber  in  dem  Bischofssitze  des  Cardinais
wenig  ihm  neues  und  wichtiges,  und  beschränkte  sich  daher  bezüglich ­
  tirolischer  Quellen  fast  nur  auf  die  Benützung  von  Sinnacher’s
  Beiträgen  zur  Geschichte  von  Säben  und  Brixen,  die  allerdings ­
  viele  brauchbare  Materialien  liefern,  aber  nicht  hinreichen,
um  den  Geschichtschreiber  in  die  Lage  zu  setzen,  ein  treues  Bild
des  bischöflichen  Wirkens  und  des  Verhältnisses  des  Cardinais
zum  Lande  Tirol  zu  entwerfen.  Andere  Quellen  wurden  dem
Herrn  Dr.  Scharpff  in  Tirol  nicht  bekannt.  Daher  erklärt  sich
aber  auch  die  apologetische  Darstellung  seiner  Geschichte  des
Cardinais  Cusanus,  die  eher  ein  Panegyrikus  als  eine  treue  Schilderung ­
  seines  Wirkens  in  Tirol  genannt  werden  muss.  Scharpff
benützte  nämlich,  ausser  den  Beiträgen  Sinnacher’s,  als  Hauptquelle ­
  jene  zwei  Manuscripte,  welche  in  dem  vom  Cardinal  gestifteten ­
  Hospitale  zu  Cues  hinterlegt  sind,  und  von  denen  das  eine
eine  Sammlung  Abschriften  päpstlicher  Bullen,  Relationen,  und  eine
sehr  grosse  Cofrespondenz,  sämmtlich  über  die  Streitsache  mit
Herzog  Sigmund  von  Tirol,  jedoch  nur  aus  den  Jahren  14G0  bis

J )  Der  zweite  Band  des  auf  3  Bände  berechneten  Werkes  von  Düx  ist
allerdings  1847  erschienen.  Ch.
            
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