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Cardinal Nicolaus von Cusa, seine besondere Aufmerksamkeit
auf sich gezogen.
Ich würde es für einen grossen Gewinn halten, wenn Herr
Jäger wenigstens diese Episode vollendet beleuchten und darstellen
würde. Nicolaus von Cusa hat in der neuesten Zeit, in
welcher das Verhältniss des .Staats zur Kirche zur lebhaftesten
Erörterung kommen wird (erst zum Th eile gekommen ist}, die
besondere Aufmerksamkeit der Geschichtsforscher wie der Theologen
auf sich gezogen, er ist Gegenstand mehrfacher Darstellung
geworden. Bisher jedoch nur sehr oberflächlich.
Welche umfassende und gründliche Forschung zu einer wahrhaft
unparteiischen Geschichte dieses berühmten Bischofes und
Gelehrten gehöre, ist aus nachfolgendem Aufsatze Jäger’s zu
ersehen.
Man möge daraus entnehmen, was noch zu thun sei in unserer
Geschichte.
Ueber die den Cardinal und Bischof von Brixen,
Nicolaus von Cusa, betreffenden Geschichtsquellen
in den Tiroler Archiven. Von Albert Jäger.
Der Cardinal Nicolaus von Cusa (geboren_ 1401 zu Cues,
einem Dorfe am linken Moselufer unterhalb Trier, gestorben 1464
zu Todi in der päpstlichen Delegation Spoleto) gehört unstreitig
zu den grössten Männern des 15. Jahrhunderts. Trat er auch
nicht als Hauptperson in den Vordergrund des welthistorischen
Drama’s seiner ereignisreichen Zeit, so war doch sein tiefer
Geist, gleich bewandert im Gebiete der philosophischen und theologischen
Speculationen, wie auf dem Markte des vielbewegten
Geschäftslebens, die nie versiegende Quelle von Rath und Hilfe in
den vielfachen Verlegenheiten der Concilien und Päpste damaliger
Zeit. Dicss erkannten auch schon seine Zeitgenossen. Aeneas
Sylvins gibt ihm hierüber in seinen Commentaren de gestis Uasil.
concilii das unzweideutigste Zeugniss : Con/luxcrunt tarnen illuc
plurimi faulores Eugenii, tum ex concilio quam ex Ftorentia
locisque aliis. Fueranl in sancta sgnodo quam plures ulii viri
incorporati juratique, quorum scnvper animus u rebus Basileac
gestis visus cst idienus, quique licet laboraturos pro honore et
statu sacri concilii jurejurando se astrinxissent, Iti nihilomimis