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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 5. Band, (Jahrgang 1850)

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wohl  selten  der  Schule  in  der  Heimath.  Als  aber  um  die  erwähnte
Zeit  in  Folge  der  Fortschritte,  welche  damals  der  Islam  in  der
Umgegend  machte,  die  Bedrückungen  gegen  die  reiche  christliche
Stadt  unerträglich  wurden,  da  fassten  alle  Wohlhabenden  den
gemeinsamen  Beschluss,  den  Ort  zu  verlassen  und  ihre  Familien
welche  nach  Landessitte  stets  in  der  Heimath  zuriickbliehen,  an
sich  zu  ziehen.  So  zerstreute  sich  diese  Gemeinde  nach  allen
Himmelsgegenden  und  der  Ort  verfiel.  Die  Sage  stattet  ihn  zur
Zeit  seiner  Blüthe  mit  nicht  weniger  als  12000  Häusern  aus  ,  der
heutige  Ort  soll  deren  2  —  300  zählen.
Diesen  freilich  sehr  lückenhaften  Daten  zu  Folge,  wäre  es
nicht  undenkbar,  dass  sich  unser  Alphabet  traditionsweise  in  den
gelehrten  Anstalten  von  Moschopolis  erhalten  habe  und  dass
irgend  eines  der  dort  gedruckten  Werke  eine  Notiz  hierüber
enthalte.
Ueberhaupt  wäre  aber  wohl  jedwede  Angabe  über  die  Existenz ­
  eines  nationalen  albanesischen  Alphabetes  sehr  beachtenswerth.
  Dem  Verfasser  ist  bis  jetzt  nur  eine  einzige  bekannt.  Sie
betrifft  ein  Alphabet,  welches  sich  wie  es  scheint  bei  den  in  den
neapolitanischen  Staaten  ansässigen  Gemeinden  erhalten  hat.  Giuseppe ­
  Crispi,  der  Director  dieser  Gemeinden,  äussert  sich  über
dasselbe,  leider  ohne  Beigabe  der  Zeichen,  in  seiner  Memoria
sulla  lingua  albanese  (Opuscoli  di  litteratura  e  di  archeologia)
folgendermassen:  Note  zu  S.  126.  Esiste  anclie  un  alfabeto  eccle~
siastico  composio  di  trenla  leltere,  le  quali  sono  assai  rassomiglianli
  ai  caratleri  fenici,  ebraici,  armeni  epalmireni,  alcune
alla  scrittura  gcroglifica  jcratica,  poche  ai  caratleri  bidgari  e
mesogetici,  ma  vi  manca  cid  che  la  nostra  curiositä  vi  cerchercbbe
  di  preferenza,  cioe  la  rassomiglianza  al  carattere  pelasgo
cd  ctrusco  e  runnico.—  La  scrittura  non  e  gid  astiforme,  tnavi
predomina  la  linea  rctta,  come  ne 1  manuscritti  greci,  perciö  noi
crediamo  che  nella  forma  attuale  essa  sia  V  opera  dei  preti  cristiani
  o  nel  secondo  secolo  all’  occasione  della  introduzione  del
cristianesimo,  o  nel  nono  quando  la  Missa  cristiana  d’  Albania
fu  defmitivamenlc  congiunta  alla  Missa  romana.  Questo  alphabeto
  perö  conticne  alcuni  elemenli  di  alphabeti  infinitamente  piü
antichi  usati  in  llliria,  in  Macedonia  ed  in  Epiro.  —  Malte-Brun
  Geographia  universale  tomo  J  pag.  25.  sq.  Milano  1828.
            
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