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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 5. Band, (Jahrgang 1850)

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der  wird  es  wahrscheinlich  finden,  dass  einstmals  sowohl  in  Albanien ­
  als  in  Griechenland  dasselbe  Alphabet  gebraucht  wurde  ,  dass
aber  hier  die  alten  Zeichen  die  Basis  zu  einem  neuen  Bildungscyklus
  ahgaben,  während  sie  dort  nach  einigen  schwachen  Anläufen
zu  weiterer  Umbildung  versteinerten.
Er  wird  aber  dieses  Alphabet  nicht  bloss  wegen  des  hohen
Alters,  das  aus  dieser  Annahme  folgt,  sondern  auch  desswegen  beachtenswerth
  finden,  weil  es  mehrfache  Verbindungen  zwischen
dem  phünicischen  und  den  indischen  Alphabeten  anknüpft  und  das
kabylisclie  näher  als  bisher  an  die  phönicische  Familie  heranzieht,
und  er  wird  daher  der  C  o  n  sequenz  seiner  For  m  bil  düng  um
so  grösseres  Gewicht  beilegen.
Ueber  das  nähere  Verhältniss  des  albanesisclien  Alphabetes  zu
dem  hetruskischen  und  den  übrigen  italiotischen  vermochte  der
Verfasser'sich  keine  Ansicht  zu  bilden,  weil  ihm  die  neueren
Forschungen  über  dieselben  nicht  zugänglich  waren.  —
Was  endlich  die  nordischen  Alphabete  betrifft,  so  scheint,
nach  den  von  Auer’s  mitgetheilten  Formen  zu  schliessen,  das  vorliegende ­
  Alphabet,  trotz  der  Verwandtschaft  des  albanesisclien  mit
dem  germanischen  und  keltischen,  keinen  unmittelbaren  Einfluss
auf  ihre  Bildung  gehabt  zu  haben,  und  möchte  daher  durch  dasselbe
in  ihrer  Stellung  zu  dem  phönicischen  Alphabete  nichts  geändert
werden.
Indessen  könnten  die  dort  mitgetheilten  Jodformen  des  gothischen
  und  keltischen  und  die  h  und  //-Formen  des  letzteren  und
des  angelsächsischen  Alphabetes  zur  Bestätigung  der,  §.  4,  Nr.  4—7,
über  den  Umfang  des  /r-Lautes  ausgesprochenen  Ansicht  benützt
werden.  —
§.  12.  Heimatli  des  Alphabetes.
Dieses  Alphabet  möchte  (zu  Folgtf  der  dem  Verfasser  bis  jetzt
gewordenen  Nachweisungen)  nur  in  der  Stadt  Elbassan  heimisch
sein.  In  Durazzo  und  Scodra  ist  dasselbe  ebenso  unbekannt,  als  in
der  ganzen  Toskerei  (Epirus);  nur  in  der  südlichen  Nachbarstadt
Berat  soll  es  hie  und  da  verstanden  und  benützt  w r erden.  Wie  es
in  dieser  Hinsicht  mit  Kroia  und  den  östlichen  Landschaften  der
Gegerei  stehe,  konnte  der  Verfasser  noch  nicht  erfahren.  —
            
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