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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 5. Band, (Jahrgang 1850)

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2.  Die  alte  Gewohnheit  der  Albanesen  in  Chiffern  zu  correspondiren.

3.  Die  Unwahrscheinlichkeit,  dass  eine  solche  Reihe  von
Schriftzeichen  während  eines  traditio  ns  weisen  Uebergangs
von  wenigstens  3000  Jahren,  also  von  wenigstens  90  Generationen,
ihre  Formen  in  solcher  Reinheit  erhalten  habe,  dass  aus  denselben
noch  heut  zu  Tage  ihre  Urbilder  mit  Leichtigkeit  erkannt  werden
können.
4.  Die  vollkommene  Zweckmässigkeit  desselben  für  den  heutigen ­
  Gebrauch,  indem  dasselbe  nicht  den  geringsten  Archaismus
und  weder  ein  Zeichen  zu  viel  noch  zu  wenig  aufweist,  als  zur
Schrift  der  albanesischen  Sprache,  wie  sie  gegenwärtig  gesprochen
wird,  notliwendig  ist.  —  Der  Verfasser  beschäftigt  sich  mit  der
Abfassung  eines  albanesischen  Wörterbuches  und  musste  daher  der
Lautlehre  dieser  Sprache  grosse  Aufmerksamkeit  zuwenden  ;  das
von  ihm,  vor  seiner  Bekanntschaft  mit  dem  vorliegenden,  aufgestellte ­
  Alphabet,  welches  in  mehrerer  Hinsicht  von  dem  seiner  Vorgänger ­
  abweicht,  stimmt  aber  mit  dem  ersteren,  die  doppelten  ch
abgerechnet,  durchweg  überein.  —
5.  Die  §.  8  a  angedeutete,  consequeute,  fast  organische  Entwickelung ­
  der  Zeichen  für  verwandte  muta  aus  einem  Grundgedanken. ­
  —
Prüfen  wir  aber  das  Verfahren,  welches  ein  neuerer  Verfasser ­
  dieses  Alphabetes,  bei  desseu  Composition  hätte  einhalten
müssen,  so  erheben  sich  die  triftigsten  Zweifel  gegen  die  vorliegende ­
  Annahme.  Denn  sein  Gang  wäre  etwa  folgender  gewesen.  —
1.  Er  verschmäht  alle,  ihm  benachbarte  Alphabete  und  greift
nach  dem  allphönicischen,  welches  an  Handsamkeit  den  im  Mittelalter
  gebräuchlichen  Schriften  weit  nachsteht.  —
2.  Es  gelingt  ihm,  dessen  Formen  in  der  Reinheit  herzustellen
wie  sie  durch  die  neuesten  Forschungen  der  Wissenschaft  bestimmt
worden  sind.  —
3.  Dann  verändert  er  nach  einer  bestimmten  Regel  die  Basis
eines  Theils  der  Musterzeichen,  andere  schlägt  er  um  und  nur  einige ­
  lässt  er  in  der  Stellung  des  Originals.
4.  Im  Ganzen  hält  ersieh  ausserdem  ziemlich  treu  an  sein  Urbild
und  nur  ausnahmsweise  zieht  er  hebräische  oder  syrische  Formen
vor,  oder  stellt  er  den  phönicischen  Formen  andere  Laute  unter.  —
            
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