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2. Die alte Gewohnheit der Albanesen in Chiffern zu correspondiren.
3. Die Unwahrscheinlichkeit, dass eine solche Reihe von
Schriftzeichen während eines traditio ns weisen Uebergangs
von wenigstens 3000 Jahren, also von wenigstens 90 Generationen,
ihre Formen in solcher Reinheit erhalten habe, dass aus denselben
noch heut zu Tage ihre Urbilder mit Leichtigkeit erkannt werden
können.
4. Die vollkommene Zweckmässigkeit desselben für den heutigen
Gebrauch, indem dasselbe nicht den geringsten Archaismus
und weder ein Zeichen zu viel noch zu wenig aufweist, als zur
Schrift der albanesischen Sprache, wie sie gegenwärtig gesprochen
wird, notliwendig ist. — Der Verfasser beschäftigt sich mit der
Abfassung eines albanesischen Wörterbuches und musste daher der
Lautlehre dieser Sprache grosse Aufmerksamkeit zuwenden ; das
von ihm, vor seiner Bekanntschaft mit dem vorliegenden, aufgestellte
Alphabet, welches in mehrerer Hinsicht von dem seiner Vorgänger
abweicht, stimmt aber mit dem ersteren, die doppelten ch
abgerechnet, durchweg überein. —
5. Die §. 8 a angedeutete, consequeute, fast organische Entwickelung
der Zeichen für verwandte muta aus einem Grundgedanken.
—
Prüfen wir aber das Verfahren, welches ein neuerer Verfasser
dieses Alphabetes, bei desseu Composition hätte einhalten
müssen, so erheben sich die triftigsten Zweifel gegen die vorliegende
Annahme. Denn sein Gang wäre etwa folgender gewesen. —
1. Er verschmäht alle, ihm benachbarte Alphabete und greift
nach dem allphönicischen, welches an Handsamkeit den im Mittelalter
gebräuchlichen Schriften weit nachsteht. —
2. Es gelingt ihm, dessen Formen in der Reinheit herzustellen
wie sie durch die neuesten Forschungen der Wissenschaft bestimmt
worden sind. —
3. Dann verändert er nach einer bestimmten Regel die Basis
eines Theils der Musterzeichen, andere schlägt er um und nur einige
lässt er in der Stellung des Originals.
4. Im Ganzen hält ersieh ausserdem ziemlich treu an sein Urbild
und nur ausnahmsweise zieht er hebräische oder syrische Formen
vor, oder stellt er den phönicischen Formen andere Laute unter. —