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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 5. Band, (Jahrgang 1850)

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suchte  Erklärung  dieses  Zeichens  als  einer  Zusammensetzung  aus
e  w  und  u  p  stände  dem  nicht  geradezu  entgegen,  da  das  erstere
Zeichen  aus  dem  phönicischen  f  r )  hervorgegangen  zu  sein  scheint
und  daher  schon  eine  Aspiration  in  sich  trägt.  —
Diese  Conjectur  führt  zu  einer  andern,  nach  welcher  der  in
mehreren  griechischen  Buchstaben  vorkommende  senkrechte  Strich
dasselbe  Aspirationszeichen  wäre,  und  die  verschiedene  Form  der  beiden ­
  Zeichen  in  dem  griechischen  T  und  albanesischen  «  eine  Analogie ­
  fände,  da  ja  im  letzteren  nach  der  Wendung  der  lange  Balken
in  einen  Winkel  eingeknickt  wird.
Die  Form  /  als  selbstständiges  s  findet  sich  in  verschiedenen
dorischen  Inschriften,  Franz  S.  44,  und  nachdem  |-|  nta  geworden,
wird  |_  das  Zeichen  für  den  Spiritus  asper.  Franz  S.  43.  Wenden
wir  diese  Conjectur  auf  einige  alte  Zeichen  an,  ^  und  Y  =  x
s.  FranzS.  25  und  45:  erstere  Form  findet  sich  auch  im  hetruskischen
  Alphabete.  Hier  nehmen  wir  \J  für  eine  alte  liegende  c  oder
/.-Form  und  der  Mittelstrich  für  h.  KII  —  X,  Y  =  'Fs.  Franz
S.  22.  Hier  scheint  V  der  Grundlaut  p  der  Strich  aber  wie  in
3  der  s-Hauch  zu  sein  tzs  =  In  y  dagegen  vertritt  der  Strich
höchst  wahrscheinlich  die  Stelle  des  li.  —
§.  11.  Ist  (las  albancsische  Alphabet  alt  oder  neu?
Diese  Frage  bildet  ohne  Zweifel  den  interessantesten  Punct
unserer  Untersuchung,  der  Verfasser  ist  daher  vor  allem  bemüht
gewesen,  die  Gründe  aufzusuchen,  welche  ihm  sowohl  für  die  eine
als  die  andere  Annahme  zu  sprechen  schienen.  —
Für  die,  an  sich  wohl  natürlichere  Annahme  ,  dass  diess  Alphabet ­
  in  neuerer  Zeit  von  einem  albanesischen  Gelehrten  für  seine
Muttersprache  componirt  worden  sei,  hat  er  demnach  folgende
Gründe  aufgefunden.  —
1.  Der  Umstand,  dass  dieser  Compositionsversuch  vor  einigen
Jahren  von  einem  Albanesen  Namens  Ilundekukje  (zu  deutsch
Rothnase)  wirklich  gemacht  worden  ist,  welcher,  wie  es  scheint,
von  der  Existenz  des  vorliegenden  Alphabetes  keine  Ahnung  hatte.
Derselbe  erfand  für  die  von  ihm  in  seiner  Sprache  aufgefundene
Lautreihe  eine  Anzahl  willkürlicher  Zeichen  und  liess  seine  Arbeit
lithographiren.  Sie  ist  in  Auer’s  vergleichende  Tafeln  aufgenommen
worden.  —
Sitzb.d.philos.-hist.  CI.  Jahrg  1850.  II.Bd.  V.IIeft.

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