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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 5. Band, (Jahrgang 1850)

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Ans  dieser  Tabelle  ergiebt  sieb,  dass  das  Albanesische  sämmtlicbe
  stumme  Laute  des  griechischen  und  lateinisch-deutschen
Alphabets  in  sich  vereinige.
Sämmtliche  Mittellaute  fehlen  wenigstens  im  Neuimechisehen,
  denn  bei  der  Aussprache  des  7  schlägt  der  mittlere  Theil
der  Zunge  niemals  an  den  Gaumen  an,  ein  gelindes  im  Hintergaumen ­
  gebildetes  cli  entspricht  dem  neugriechischen  Laute  so
ziemlich  ,  ausser  vor  e  und  i,  wo  er  genau  unser  Jod  ist.  B
und  d  sucht  der  Neugrieche  durch  pur  und  vr  zu  ersetzen,  was
in  die  Orthographie  der  mit  griechischen  Lettern  geschriebenen
albauesischen  Worte  grosse  Verwirrung  gebracht  hat.  Denn  es
existiren  hier,  wie  oben  bemerkt,  mb  und  nd  neben  b  und  d
als  eigene  Laute,  deren  Zeichen  wir  als  Doppelbuchstaben  erkannt ­
  haben.  Hauptlaut  ist  hier  der  stumme  z.  B.  fr&poör/  ’)  ich
bpouixs  knete,  Sauerteig,  Teig  —  nbljot  ich  fülle,  -ijötz  voll  —
vdpt/j  ich  mache  grade,  dpv/.j  grade.  —  Auch  stellt  im  Alphabete ­
  6  und  )X  unmittelbar  hinter  «  und  A.  —  Ebenso  findet
sich  vy  am  Anfang  von  Worten,  ohne  dass  für  diesen  Laut  ein
besonderes  Zeichen  existire:  vyojlj  ich  stecke  ein,  töv.v’Skj  ich
reisse  aus.
Der  Ä-Laut  fehlt  im  Neugriechischen  und  wird  durch  x  ersetzt. ­
  c  Jod  fehlt  im  neugriechischen  Alphabete,  aber  nicht
in  der  Sprache.  Der  Neugrieche  deutet  es  in  der  Poesie  durch
einen  kleinen  gekrümmten  Querstrich  an,  durch  welchen  das  t
mit  dem  folgenden  Vocale  verbunden  wird  ,  izsaoik  —  sprich
päoja.
V  griechisch  d  und  i  griechisch  5  fehlen  im  Deutschen  und
Lateinischen.  Bemerkenswerth  ist  die  Feinheit  in  der  Unterscheidung ­
  der  verschiedenen  jr-Laute,  indem  das  Albanesische  für  jede
denkbare  Nüance  ein  besonderes  Zeichen  aufstellt.  —  Alle  diese
Nüancen  finden  sich  auch  in  den  deutschen  Dialekten  zerstreut,  sie
werden  jedoch  sämmtlich  durch  das  ^-Zeichen  vertreten.  —  Das
Vorwort  gegen  z.  B.  lautet  in  den  verschiedenen  Gegenden
Deutschlands  gheghen,  ghechen,  gliejen,  gejen  und  jejen.

*)  Spuren  des  mb  im  Lateinischen  liefert  die  Schreibart  Decehris
Popejus  etc.
            
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