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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 5. Band, (Jahrgang 1850)

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den  müsste,  der  Sultan  gab  Befehl  zum  Niederreissen.  Bei  dieser
Gelegenheit  machte  der  Scheich  el-Häfif  Schihäb-ed-din  Ahmed
Ben  Hadfchr-iofch-Schafi’i  folgende  Verse:
Es  strahlet  die  Moschee  Muejjed’s  herrlich,
Die  Minaret  ragt  hoch  dort  in  die  Luft!
Du  sprichst:  weil  sich  der  Thurm  geneigt,  reisst  nieder  ihn!
Dem  Sehönslen  schadet  nichts  wie  bösen  Blickes  Gift.
*  Gegen  die  Verse,  welche  den  Sturz  der  Minaret  der  Einwirkung ­
  des  bösen  Blickes  zuschreiben,  machte  der  Scheich  Mahrnüdel’Aini
  folgende  Verse,  worin  er  dies  bestreitet:
Die  Minaret,  die  schön  wie  eine  Braut,
Warf  nieder  Gottes  Will'  und  das  Geschick,
Die  Leute  sagen,  Ursach  d’ran  ist  böser  Blick:
Mit  nickten,  schlechter  Stein,  aus  dem  sie  aufgebaut!
Im  Innern  dieser  Moschee  ist  der  Ort,  wo  der  Sultan  el-Muejjed
  begraben  liegt.  Von  einem  der  Professoren  der  Moschee
Dfcliämi-el-Efher  hörte  ich,  schreibt  dieser  Scheich,  dass  alle
Prediger  Cairo’s  ohne  Erlaubnis  des  Sultans  predigen  und  es  ist
nach  der  Rechtslehre  der  Hanafiten  bekannt,  dass  die  Erlaubniss
des  Sultans  eine  Bedingung  ist  zur  Gesetzlichkeit  des  Freitaggebetes. ­
  Derselbe  Professor  theilte  dem  Scheich  mit,  dass  jeder
Prediger  aber  eine  Erlaubniss  vom  Kadhi’-el-Kudhät  (d.  i.  dem
Kadhi  aller  Kädhi)  von  Cairo  hat;  hierauf  erwiederte  unser  Scheich
dass  die  Erlaubniss  des  vom  Sultan  eingesetzten  Kadhi  die  Erlaubniss ­
  des  Stellvertreters  des  Sultans  sei  und  also  mittelbarer
Weise  eine  Erlaubniss  des  Sultans.  Unser  Scheich  besuchte  in
der  Folge  die  Insel  Raudha 1 ),  die  im  Nil  nahe  bei  Cairo  liegt,  und
führt  in  Bezug  auf  dieselbe  folgendes  aus  Makrifi’s  grossem  Werke
an:  Den  Namen  Raudha,  d.  i.  Garten,  führt  heut  zu  Tage  die
Insel  im  Nil  bei  Cairo.  Im  Anfänge  des  Islams  führte  sie  ganz  einfach ­
  den  Namen  Dfchefire,  d.  i.  Insel,  oder  Dfchefiret-Mifsr,  d.  i.
Insel  von  Aegypten,  oder  Dfchefiret-el-Ilifsn’,  d.i.  Insel  der  Festung;
von  der  Zeit  des"  Efdhal  Ibn-Emir-il-Dfchojüfch  bis  heut  zu  Tage
wird  sie  Raudha  fchlechtweg  genannt.  Diese  Insel  war  ehemals  befestigt ­
  und  auf  derselben  befanden  sich  Gärten  und  Früchte,  wie
sonst  nirgends.  Als  Amru  Ben-el  Afsi  Aegypten  eroberte,  ver--
  "  °
*)
            
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