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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 5. Band, (Jahrgang 1850)

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II.  Fortsetzung  von  dessen  Auszügen  aus  den
Reisen  des  Scheichs  Abd-ol-Ghanij-in-Näbolsi.
Zweite  Abtheilung:  Reise  in  Aegypten.
Unser  Scheich  zog  von  Ghasa  fort,  bis  er  die  nächste  Station, ­
  ein  kleines  Schloss,  Chan  Junis 1 )  genannt,  erreichte.  Im
Innern  des  Chans  ist  eine  schöne  Moschee  mit  Gebetnische  und
Predigerkanzel,  worauf  folgende  zwei  Distichen  geschrieben  standen ­
  ,  die  unser  Scheich  als  glückliches  Anzeichen  für  seine
weitere  Reise  ansah:
In  allen  Landen  ist  das  Glück  zu  Hause
Und  Hain  und  Auen  schön  und  wunderbar;
Doch  überall  ist’s  Täuschung'  bloss:  nur  in
Aegypten  ist  das  Glück  beständig,  wahr.
Nach  dem  Abendgebete  zogen  sie  unter  Anführung  eines
Bawädi-Beduinen  weiter,  dessen  Name  Hasb-Allah  war.  Der  Weg
führte  durch  ebenes,  sandiges  Land  bis  zu  einem  Orte  in  der
Wüste,  der  ef-laka a )  heisst,  wo  aber  weder  ein  Dorf  noch  sonst
eine  menschliche  Wohnung  ist,  sondern  bloss  ein  Brunnen  mit
brackigem  Wasser,  dabei  steht  eine  weisse  Kuppel,  unter  welcher
der  Scheich  Soweijid 3 ),  ein  heiliger  Mann  aus  den  Bawädi-Beduinen, ­
  begraben  ist,  der  bei  den  Beduinen  in  so  grossem  Ansehen
steht,  dass  sie  Gold,  Silber  und  Schmuck  und  andere  Habseligkeiten ­
  bei  seinem  Grabe  zur  Aufbewahrung  niederlegen;  das
Thor  seines  Grabzimmers  ist  immer  offen,  doch  wagt  Niemand
Etwas  zu  entwenden,  seine  Grabstätte  ist  ein  Zufluchtsort  für
die  Bedrängten  und  die  von  der  Blutrache  Verfolgten.  Hier  ward
etwas  Halt  gemacht  und  dann  wieder  bis  Sonnenuntergang  forlgeritten,
  wo  dann  einer  von  der  Gesellschaft  den  Ruf  zum  Gebete
erschallen  liess  und  alle  in  Gemeinschaft  beteten,  denn  es
ist  eine  Ueberlieferung  des  Propheten:  „Das  Gebet  in  Gemeinschaft ­
  ist  fünfundzwanzig  einfache  Gebete  werth,  wird  es  aber
noch  in  der  Wüste  gebetet  und  alle  Verbeugungen  (Rikä)  und

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