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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 5. Band, (Jahrgang 1850)

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Man  fühlt  in  dem  Angenblicke,  wo  Siebenbürgen  ein  organischer ­
  Bestandteil  eines  einigen  Oesterreichs  geworden,  das  Bedürfnis ­
  lebhafter  als  je,  auch  auf  dem  Gebiete  der  Wissenschaft
sich  an  Oesterreich  enge  anzuschliessen  und  mit  demselben  gleichmiissig
  fortzuschreiten,  man  fühlt  dabei  auch  das  Bedürfnis,  nachdem ­
  die  pergamentenen  Panzer  dessiebenbürgfschen  Deutschthumes
aufhören,  und  die  auf  die  Principien  der  Gleichberechtigung  aller
Volksstämme  gegründete  Verfassung  vom  4.  März  1849  demselben
das  horazische:  natabis  sine  cortice  mahnend  zuruft,  demselben
neue  und  kräftige  Stützen  zu  schaffen,  und  erkennt  eine  solche
Stütze  in  dem  Vereine.  Renn  obgleich  dieser  dazu  berufen  ist,
alle  wissenschaftlichen  Kräfte  des  Landes  zu  gemeinsamen  Bestrebungen ­
  zu  verbinden,  so  wird  doch  das  Gepräge  desselben  immer
ein  deutsches  sein,  und  er  wird  daher  mit  dem  geistigen  Lehen
zugleich  auch  das  siehcnbürgische  Deutschthum  fördern  und
kräftigen.
Das  Vereinsvermögen  ist  in  den  Stürmen  der  Revolution  glücklich ­
  gerettet  worden,  und  beträgt  gegenwärig  2737  fl.  46*4  kr.
Conv.  Münze.
Die  literarische  Thätigkeit  des  Vereins  war  natürlich  in  den
Jahren  1848  und  1849  fast  ganz  ins  Stocken  gerathen.  So  ist  denn
auch  von  allen  auf  Kosten  desselben  herausgegebenen  Druckwerken
bloss  das  von  Joseph  T  ra  u  s  c  h  redigirte  n Chronicon  Fuchsio-Lupino
  -  Oltardianum”  mit  dem  zweiten  Bande  vollendet  und  in
der  Generalversammlung  vorgelegt  worden.  Die  Vollendung  des
begonnenen  Druckes  von  dem  vierten  Bande  des  Vereinsarchives
und  dem  vierten  Bande  vonBaumgarten’s  siebenbürgischer  Flora  —
von  letzterem  fehlt  nur  ein  Theil  des  Index  und  der  von  F  us  s  ausgearbeitete ­
  Nachtrag  —  steht  in  sehr  naher  Aussicht,  und  es  sind
die  nöthigen  Einleitungen  getroffen  worden,  dass  künftighin  die
Fortsetzungen  des  Vereinsarchives  rascher  als  bisher  erscheinen.
Ausser  diesen  Arbeiten  ist  in  der  jüngsten  Zeit  eine  Geschichte  des
Bisthums  der  griechisch  nicht  unirten  Glaubensgenossen  in  Siebenbürgen ­
  von  Johann  Hienz—  meist  nach  romanischen  Quellen
bearbeitet—auf  Vereinskosten  gedruckt  und  der  Generalversammlung ­
  vorgelegt  worden.
Die  Vorarbeiten  für  einen  Codex  diplomaticus  Transsilvaniae
und  die  Abschrift  einer  unter  dem  Namen  Codex  Kelpio-Krausianus,
            
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