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Pernoldus, angeblich Beichtvater der Königin Margaret!),
Ottokar’s Gemahlin. —
Es ist doch auffallend, dass sich mit der Kritik der Quellen
unserer Geschichte Niemand befassen will! —
So wurden die von dem Cistercienser Hanthaler veröffentlichten
Geschichtsquellen Ortilo (zur Geschichte der Babenberger)
und Per n old (zur Geschichte K. Ottokar’s II.) schon vor
längerer Zeit von der strengen Kritik als unterschoben verurtheilt,
und doch werden sie bis zur Stunde als ächte Quellen benützt und
citirt. Entweder entkräfte man die gerechten Zweifel und bringe
eine stichhaltige Verteidigung oder man vermeide es, von diesen
unterschobenen Quellen Gebrauch zu machen. —
Ortilo ist augenfällig unterschoben, ein Schüler der Diplomatik
wird das angebliche Autograph als einen und zwar plumpen
Betrug erkennen; das ist keine Schrift des dreizehnten sondern
des achtzehnten Jahrhunderts, der Verfasser rechnete, wie
es sich zeigte, nicht ohne Erfolg auf die Bequemlichkeit und Indolenz
der Leser. — Doch, um gerecht zu sein, gleich bei seinem
ersten Auftreten erkannte man den Betrug, in den „Actis eruditorum”
ward er Ortilo von Lügenfeld (statt Lilienfeld) genannt.
Der ausgezeichnete Verfasser der „Annales Austriae,” der
Jesuit Sigismund Calles, hat in der Vorrede zum ersten Theile
(Wien 1750) auf eine dem Verständigen hinlängliche Weise dargethan,
dass diese Hanthaler’schen Entdeckungen durchaus verdächtig
seien. Er sagt daselbst: „Hac ratione cum procederent Annales
mei, etjam pene affecta esset operis totius series; in manus venere
Ortilonis ex Aloldo Pecklariensi Notulac, quae Austriacae Historiae
novam pene faciem inducere videb antur. Mirabar, fateor, authorem
tarn singulärem, tarn antiquum, et qualem ipse se praedicat,
Marcliionum nostrorum domesticum, latere tot saeculis potuisse,
iguotum Ottoni Frisingensi, aetati illi proximo,
et ex eadem Familia, cui a sacris obsequiis erat Aloldus, in Austria
nato; ignotum Mellicensibus, quorum pene in oculis, Adalberti
domesticus, commentarium ille suum conscribere debuissel.
Occurrebat deinde quaerere, cum ab Aloldi obitu, ad Coenobii S.
Crucis exordia, anni intercesserint facile quiuquaginta; ubi locorum
interim Aloldi Chronicon latuisset? noveritne de illo aliquid
Leopoldus, Dux Austriae II., qui S, Crucis Coenobium, in quo et