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heit oder Unächtheit dieser Urkunde so wie mehrerer anderer
höchst verdächtiger Stücke sein kritisches Urtheil abzugeben. —
Die Frage ist jedoch nicht zu umgehen, man muss sie iws
Auge fassen, und es wäre sehr zu wünschen, dass diess bald
geschehe, je eher desto besser.
Unsere ganze ältere Geschichte ist auf eine beklagenswerthe
Weise vernachlässigt, unsere Geschichtschreiber eilen über ein
halbes Jahrtausend auf eine Weise hinweg, dass über die
wichtigsten Verhältnisse, über die Begründung der ganzen
neueren Gestaltung, nicht der geringste Aufschluss gegeben
wird. —
Das soll und muss anders werden, unsere ältere Geschichte
fordert laut und dringend ihr Recht. — Im Namen der ganzen
Vorzeit bitte ich besonders die jüngere Generation, das heranwachsende
Geschlecht unserer österreichischen Geschichtsfreunde,
um tieferes und gründlicheres Studium der Geschichtsquellen. —
Mögen doch unter den Verehrern der Wissenschaft sich welche
finden, die dem speciellen Erforschen der Zeit zwischen K. Carl
dem Grossen und Rudolph I. ihr Leben widmen. Ja Lebensaufgabe
ist ein gründliches Studium dieser fünfhundert Jahre, in
denen die österreichischen Länder cultivirt und christianisirt wurden.
— Die staatlichen wie die kirchlichen Einrichtungen wurden
in dieser Zeit gegründet und ausgebildet, die spätere Zeit
hat ihre Verfassung als Erb stück überkommen.
Warum findet sich kein Vertheidiger der Aechtheit, warum
bringt man den Gegenstand nicht zur Sprache? Zwar soll ein bekannter
Gelehrter, der seit Jahren für österreichische Geschichte
eifrig thätig ist, die Vertheidigung des Ilansprivilegiums nicht für
schwierig halten; wohlan, möge er der vaterländischen Geschichte
auch diesen Dienst erweisen, ich bitte darum. In derlei Dingen,
wo es kritische Erörterung gilt, ist eine anständige P olemi
k gewiss erwünscht ; aus dem Streite muss sich jedenfalls
Gewinn für die Erkenntniss der Wahrheit ergeben, wenn
derselbe mit Gründen und Belegen geführt wird. —•
Zu gleicher Zeit habe ich aus einem Schreiben aus Berlin
ersehen, dass ein junger Gelehrter, der mit grossem Erfolg seit
einigen Jahren die österreichischen Geschichtsquellen gesammelt
hat und nun durch den Druck veröffentlicht (in den Monumentis