Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 5. Band, (Jahrgang 1850)

809

heit  oder  Unächtheit  dieser  Urkunde  so  wie  mehrerer  anderer
höchst  verdächtiger  Stücke  sein  kritisches  Urtheil  abzugeben.  —
Die  Frage  ist  jedoch  nicht  zu  umgehen,  man  muss  sie  iws
Auge  fassen,  und  es  wäre  sehr  zu  wünschen,  dass  diess  bald
geschehe,  je  eher  desto  besser.
Unsere  ganze  ältere  Geschichte  ist  auf  eine  beklagenswerthe
Weise  vernachlässigt,  unsere  Geschichtschreiber  eilen  über  ein
halbes  Jahrtausend  auf  eine  Weise  hinweg,  dass  über  die
wichtigsten  Verhältnisse,  über  die  Begründung  der  ganzen
neueren  Gestaltung,  nicht  der  geringste  Aufschluss  gegeben
wird.  —
Das  soll  und  muss  anders  werden,  unsere  ältere  Geschichte
fordert  laut  und  dringend  ihr  Recht.  —  Im  Namen  der  ganzen
Vorzeit  bitte  ich  besonders  die  jüngere  Generation,  das  heranwachsende
  Geschlecht  unserer  österreichischen  Geschichtsfreunde,
um  tieferes  und  gründlicheres  Studium  der  Geschichtsquellen.  —
Mögen  doch  unter  den  Verehrern  der  Wissenschaft  sich  welche
finden,  die  dem  speciellen  Erforschen  der  Zeit  zwischen  K.  Carl
dem  Grossen  und  Rudolph  I.  ihr  Leben  widmen.  Ja  Lebensaufgabe ­
  ist  ein  gründliches  Studium  dieser  fünfhundert  Jahre,  in
denen  die  österreichischen  Länder  cultivirt  und  christianisirt  wurden. ­
  —  Die  staatlichen  wie  die  kirchlichen  Einrichtungen  wurden
in  dieser  Zeit  gegründet  und  ausgebildet,  die  spätere  Zeit
hat  ihre  Verfassung  als  Erb  stück  überkommen.
Warum  findet  sich  kein  Vertheidiger  der  Aechtheit,  warum
bringt  man  den  Gegenstand  nicht  zur  Sprache?  Zwar  soll  ein  bekannter ­
  Gelehrter,  der  seit  Jahren  für  österreichische  Geschichte
eifrig  thätig  ist,  die  Vertheidigung  des  Ilansprivilegiums  nicht  für
schwierig  halten;  wohlan,  möge  er  der  vaterländischen  Geschichte
auch  diesen  Dienst  erweisen,  ich  bitte  darum.  In  derlei  Dingen, ­
  wo  es  kritische  Erörterung  gilt,  ist  eine  anständige  P  olemi
  k  gewiss  erwünscht  ;  aus  dem  Streite  muss  sich  jedenfalls ­
  Gewinn  für  die  Erkenntniss  der  Wahrheit  ergeben,  wenn
derselbe  mit  Gründen  und  Belegen  geführt  wird.  —•
Zu  gleicher  Zeit  habe  ich  aus  einem  Schreiben  aus  Berlin
ersehen,  dass  ein  junger  Gelehrter,  der  mit  grossem  Erfolg  seit
einigen  Jahren  die  österreichischen  Geschichtsquellen  gesammelt
hat  und  nun  durch  den  Druck  veröffentlicht  (in  den  Monumentis
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.