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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 5. Band, (Jahrgang 1850)

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potens  sempiterne  deus,  insere  te  officiis  noslris  et  haec  (hoc)
vascu  1  a  (vasculura)  arte  fabricata  (fabricatum)  gentilium,
sublimitatis  tuae  potentia  ita  emundare  digneris,  ut,  omni  immunditia
  depulsa,  sint  (sit)  fidelibns  tuis  tempore  pacis
atque  tranquillitatis  ntenda  (ulendum)  per  Christum  dominum
nostrum  etc.“  (Cod.  s.  XI.)  Le  Prevot  Mem.  s.  Coli.  d.  vas.
ant.  p.  2.“)
Aber  nicht  alle  gaben  sich  damit  zufrieden,  Funde  der  Art
der  Laune  des  Zufalls  anheim  zu  stellen;  sie  gingen  auf  Entdeckungen ­
  aus.
Unter  dem  Einflüsse  der  Plünderungszüge  hatte  sich  aller
Stände  ein  unlöschbarer  Golddurst  bemächtigt.  Königlichen  Schlaf
durchziehen  Träume  gefundener  Schätze  (Anm.  56),  wache  Kaiser ­
  suchen  sie  zu  heben  (Anm.  58),  und  Personen  geistlichen  wie
weltlichen  Standes  betliätigen  hierin  also  regen  Eifer,  dass  Kirchenväter ­
  es  sich  nicht  versagen  können  den  Wunsch  auszusprechen,
es  möchten  die  Menschen  eben  so  eifrig  himmlischen  Schätzen  anstreben, ­
  als  sie  rastlos  irdischen  nachgraben 70 ).  Die  Habsucht,
siegt  über  Gespensterfurcht,  und  man  durchwühlt  durch  Jahrhunderte ­
  geheiligte  Ruhestätten  ;  die  Goldgier  überwindet  den  Ekel
vor  den  mepbitischen  Verwesungsdünsten  unlängst  Beerdigter,  und
man  steigt  in  ihre  Gruft 80 ).  Einige  rufen  bei  ihren  Schatzgrabungen ­
  durch  Zauberformeln  unterweltliche  Mächte  zu  Hilfe 31 );  andere
suchen  durch  Weihwasser  und  Litaneien  die  dem  Unternehmen
feindlichen  Dämone  zu  bannen S3 );  manche  vertrauen  keck  auf
menschliche  List,  doch  jener  Gottlose,  der  im  Dunkel  der  Nacht
daran  geht  das  Grab  des  h.  Helius  zu  berauben,  wird  bis  zum
lichten  Morgen  ,  dem  herankommenden  Volke  zum  warnenden  Beispiele, ­
  in  schauerlicher  Umpressung  von  den  knöchernen  Armen  des
Heiligen  festgehalten  8S ).
Doch  nicht  blos  Habsucht,  Manchem  scheint  auch  religiöser
Fanatismus  die  grab  räuberische  Axt  in  die  Hand  gedrückt  zu  haben.
Solche  wähnten,  nach  dem  Spruch:  „sepulchra  hostium  nobis  religiöse ­
  non  sunt 8t ),”  durch  die  Grabesruhe-Störung  eines  Ungläubigen ­
  ein  Gott  gefälliges  Werk  geübt  zu  haben.  Darin  dürfte  die
Erscheinung,  dass  in  jenen  Jahrhunderten  selbst  Personen  priester-*)
  Dieselbe  Oratio  aus  einer  Handschr.  der  Pariser  Bibi.  ap.  Du  Gange  glos»
v.  tliesaurus.  6.  580.  c.  1.  2.
            
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