760
liehen Wegen gelegene Stellen mit Vorliebe zu Grabstätten), entdeckt
einen Schatz; er schlägt den Ochsen mit dem er eben geackert
hat nieder, und verbirgt iu dessen Cadaver einen Theil des
Fundes 61 ).
Der h. Evnrtius, Bischof von Orleans, legt beim Erweiterungsbau
der dortigen Kirche selbst mit Iland an, kaum hat er drei
Fuss tief gegraben, so zeigt sich ihm ein verpichter Topf; eröffnet,
i'indet sich ein reicher Inhalt von wohl erhaltenen Neronischen
Münzen vor <J ).
Maurin, Bischof von Auxerre, brachte, um wieder seinen
Bischofssitz zu erlangen, Karl dem Grossen eine Geldsumme dar,
die, wie man sagte, Maurin in dem Thurme der Brunhild gefunden
haben soll 6S ).
Als Ludwig der Fromme (y S40) in Frankfurt und Regensburg
neue Kirchen auffflhren liess, trug man, um Baumaterial zu gewinnen,
die Stadtmauer ab; bei dieser Demolirungstiess man auf alte
Gräber, in welchen sich beträchtliche Mengen Goldes vorfanden 64 ).
Als Kaiser Romanus II. (959 — 963) einen Sommerpalast
anffuhren lässt, finden die Arbeiter einen marmornen Ochsenkopf,
sie werfen ihn in den Kalkofen 6i> ). An diesen Fund, gleich, wie leicht
bemerkbar, an mehreren der früheren, knüpfte das Volk den Faden
seiner Sage. So soll nach der Calcinirung jenes marmornen
Ochsenkopfes im römischen Reiche die Rinderpest ausgebrochen
sein, die nie wieder gänzlich erlosch’').
Das Grab des Kaisers Maximian wird gefunden, und der
Leichnam (des Christenverfolgers) ins Meer geworfen**).
Der Abt Edrnar (S. X. in.) lässt Baumaterial aus den Trümmern
des alten Verulam herbeibringen, die dabei Beschäftigten
finden bei ihren Nachgrabungen wohlgeformte Töpfe und Urnen,
s ) Wahrscheinlich glaubte man, dass durch jenen Glühprocess die in dem
idolisehen Odhsenkopfe gebundenen Damone frei geworden wären.
Circa igitur hec tempora (1047) apud Maxiiiam emtatem sep ulchrum
einsdem Maximian!, christianonm amgens perseentor, inventurn est —
ad caput — eins poco3a erat anro aurizo plena balsami. Ipse vero
in Locello plumbeo «paiescebat, in qnodarn labro exmarmore camdidissimo,
cum literis anreis desnper scriptis. Nam consilio Rainbaldi
arcMepiscopi Arelatensis et ceteris fidelibus aetnm est, it in mari
magno cnm t o t i s 1 a b r i s i a cta r e t »nr, Cbrom. Nova!. (c. 1048) ap-Ports.
M. Gr®, 9. 126 1. 46.