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und trotz des chmtlicli-priesterljehen Eiferns wider irdischen Prunk
und Pracht (s. Anra. 32), sehen wir am römischen wie byzantinischen
Ilofe grossen Aufwand an Edelsteinen entwickeln 3J ); und
man macht sich eigene Gedanken über das sittliche Lehen der damaligenReichen,
wenn man liest, dass Kaiser Theodosius sich gedrungen
fühlte, den Tänzerinnen (Pantomimen) das zu Schautragen kostbaren
Geschmeides gesetzlich untersagen zu müssen. „Nulla mima gemmis,
nulla sigillatis sericis, aut textis utatur auratis” *).
Die Rom überziehenden, früher in naturzuständlicher Einfachheit
dahin lebenden Völker, fanden allmälig Geschmack an dem
Glanze äusserer Erscheinung, sie kleideten sich in die Gewänder gefallener
Römer 33 ), und ihre Garderobe wurde nach öftern Beutezügen
also werthvoll, dass die Römer es nicht der Mühe unwerth hielten,
gleichsam in Rückplünderung, die gefallenen Gothen auszukleiden
34 ). Ost- wie Westgothen, Vandalen wie Franken zeigen sich nun
als gleich treue Gemmen-Liebliaber 3o ), nicht minder Merowinger
(Anmerkung 35), wie Karolinger. Karl der Grosse funkelt
an Fest- und Galla - Tagen von Gold und Edelsteinen 36 ), die
Krone schmückt ihm eine antike Onix-Camee 37 ), und seine
Töchter rauschen in Gemmen-blinkenden Gewändern einher 38 ).
Gleiche Gemmen-Pracht herrscht unter den Ottonen, Heinrichen 39 ),
und durch die Zeit des ganzen Mittelalters hindurch. Im Wigalois
ziert die Gewandung der Prinzessin ein Karfunkel, der den Herrn
Amor, in der einen Hand einen Pfeil in der andern einen Brand haltend,
zierlich eingeschnitten zeigt 40 ). Es war der Werth der Gemmen
in jenen Jahrhunderten ein so allgemein anerkannter, dass
ihre Dichter häufig die moralischen wie physischen Eigenschaften
ihrer zu Beschmeichelnden mit Edelsteinen vergleichen 4I ). Auch
bestand bei derartiger Beliebtheit wahrscheinlich damals schon ein
*) Cod. Theodos. L. 14. Tit. 11. Vol. 5. p. 423. cnf. s. Chrysost. op. T. 7. 153,
T. 11. 153 und die andern dort p. 424 angeführten Stellen. K. Justinian erhob
die Mimikerin Theodora zuerst in den Patricier-Stand, dann zu sich als
Kaiserin auf den Thron. Procop. hist. arc. op. 3. p. 60. 1. 5 seq. p. 63.
1. 17 seq. In einem Mussiv zu Ravenna in St. Vitalis erscheint sie in reichem
Perlen-und Edelstein-Schmucke. Abbild, b. Gally Knight ecclest. architec.
of Ital. PI. 10. Sommerard. Alb. Ser. 10. PI. 32. Abbildung einer später sich
bekehrenden sraiptöwv (S. Pelagiae) in gleich reichem Schmucke (Ko^uoufZEVvj
XtSotc, xat ^.ap'/apcVat?) ap. Menolog. Basil. 1. 102. ed. Albani.