755
„Refectorario clicti monasterii, atl usum praesidentis quotidie in re-„fectorario,
scyphum meum deauratum et per totam partem ex-„teriorem
bar bar is vinitoribus ad dracones pugnantibus
„caelatum, quem crucibolum meum solitus sum vocare, quia sig-„num
crucis per tranversum scypbi imprimitur interius.”
(Ingnlph (f 1109) Hist. ap. Savil. Script. Anglic. 856. 1. 58. ed.
1001). Karl der Einfältige widmet Christo einen Sardonyx-Krater,
dessen Hochschnitt uns ein Bachusfest verbildlicht*). — 908
schenkt Adalbert, Bischof von Augsburg, dem Kloster St. Gallen
einen Onyx-Kelch 25 ). — Als 927 der Capetinger Hugo um dio
Hand der Schwester König Aethelstan’s wirbt, bringt Adalolf der
Brautwerber Hugo’s unter mehreren Kostbarkeiten dem König
auch eine Onyx-Vase, mit einer Darstellung von Schnittern und
Winzern geschmückt, zum Geschenke 20 ). — Otto, Herzog von
Sachsen, erhält von der Witwe König Salamo’s (y 1087) Attila’s
Schwert zum Geschenke 27 ).
Diese hier aufgeführten Stellen geben uns Fug allenthalben, wo
in mittelalterlicher Zeit reicher Schätze gedacht wird, in ihrem
Inhalte auch antike Kostbarkeiten vermuthen zu dürfen. Die Reliquien
dieser Art bildeten vorzugsweise Waffen 28 ), Gold- und Silber-Münzen
29 ), gleichstoffige Geräthe 30 ), wie auch Gemmen 31 ),
Gemma, mit diesem Ausdrucke bezeichnet die Sprache des Mittelalters,
gleich der der frühem Zeit, jede Gattung von Edelsteinen
geschnittener wie ungeschnittener Art**). Es ist daher dem Archäologen
frei gegeben, bei dem häufigen Vorkommen der Bezeichnung
Gemma, sich den Prachthimmel des Mittelalters mit den funkelndsten
Cameen und Intaglios auszusternen. Wie Münzen der
untern, so bildeten Gemmen den Schmuck der höhern Stände***),
Hoc vas Christe tibi mente dicavit
Tertius in Francos regimine Karlus.
(Felibien) Hist, de St.Denys p. 545. Sommerard. Alb. ser. 5.
PI. 37. Clarac. Mus. d. sclpt. PI. 125 n. 126, 127.
öö ) zwei edele Kerzestallen
von lütteren cristallen
da was gesazt inne
manic scone gimme.
Larnpr. Alexd. v. 5827. bgg. v. Weismann; s Anm. 31.
*° ö ) Dives eget gemmis, Cereali munere pauper
Sed cum egeant ambo pauper egens minus est. Auson. (f 394)
epig. op. 1. 149. edt. Lond.